DAT425 Brisantes Datenleck beim Onlinemagazin «Republik» (Datenlecks in der Schweiz, Teil 2)
Shownotes
Weblinks:
Datenleck bei der «Republik»:
- Hacker erbeuten Republik-Nutzerdaten («Republik»)
- Republik: Hackerangriff auf die «Republik»: Daten aller Nutzer gestohlen (persoenlich.com)
- Wo die Republik abhängig von Big Tech ist («Republik»)
- Anonyme Kommentare auf News-Portalen und Quellenschutz (Daniel Glasl, Medialex)
Artikel in der «Republik» über andere Datenlecks:
- CH Media und NZZ: Die Stille nach dem Datenklau («Republik«)
- meineimpfungen.ch: Wollen Sie wissen, womit Viola Amherd geimpft ist? («Republik»)
- OneLog: Was der Angriff auf das Prestigeprojekt der Schweizer Medienhäuser bedeutet («Republik»)
- Viseca: Zehntausende Schweizer Kreditkarten-Abrechnungen offen zugänglich im Internet («Republik»)
- Xplain: ein Beschaffungsskandal («Republik»)
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Über die «Datenschutz-Plaudereien»
Rechtsanwalt Martin Steiger und Andreas Von Gunten, Co-Gründer von Datenschutzpartner, plaudern über Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches rund um den Datenschutz und verwandte Themen.
Impressum: https://www.datenschutzpartner.ch/impressum/
Transkript anzeigen
00:00:01: Sprecher: Willkommen bei den Datenschutz-Plaudereien.
00:00:05: Sprecher: Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches
00:00:07: Sprecher: rund um den Datenschutz und verwandte Themen.
00:00:13: Andreas Von Gunten: Ich bin auch ein bisschen überfordert,
00:00:16: Andreas Von Gunten: muss ich fast sagen, mit der Vorstellung,
00:00:17: Andreas Von Gunten: dass es eben auch so wenig
00:00:19: Andreas Von Gunten: Aufschrei im Moment gibt, was das anbelangt.
00:00:21: Andreas Von Gunten: Wenn ich mir vorstelle: Das muss doch
00:00:23: Andreas Von Gunten: ein gefundenes Fressen sein für
00:00:25: Andreas Von Gunten: alle journalistisch tätigen Menschen
00:00:27: Andreas Von Gunten: in dem Bereich,
00:00:28: Andreas Von Gunten: wo man wirklich nachgehen muss:
00:00:29: Andreas Von Gunten: Was ist da eigentlich passiert?
00:00:31: Andreas Von Gunten: Ich hoffe schon, dass da noch etwas mehr kommt.
00:00:34: Martin Steiger: Ja,
00:00:35: Martin Steiger: das hoffe ich auch.
00:00:36: Martin Steiger: Allerdings ist medial
00:00:37: Martin Steiger: nicht mehr so viel übrig,
00:00:38: Martin Steiger: was sich darum
00:00:39: Martin Steiger: kümmern kann, muss man ganz klar sagen.
00:00:41: Martin Steiger: Und von den Daten her finde ich es tatsächlich einen Unterschied,
00:00:44: Martin Steiger: ob jetzt wie bei Ricardo,
00:00:47: Martin Steiger: also letztlich im E-Commerce.
00:00:49: Martin Steiger: Und ja,
00:00:49: Martin Steiger: Zahlungsdaten sind ja im Normalfall immer gut geschützt,
00:00:51: Martin Steiger: weil sie dann an einem anderen Ort liegen, nämlich beim Zahlungsdienstleister.
00:00:54: Martin Steiger: Häufig bei, ich sage mal,
00:00:55: Martin Steiger: bösen Amerikanern wie Stripe oder PayPal.
00:00:58: Martin Steiger: Das betonen sie ja immer,
00:00:59: Martin Steiger: oder, dass die nicht abhandenkamen, weil sie die Daten gar nicht haben.
00:01:02: Martin Steiger: Also,
00:01:02: Martin Steiger: was man nicht hat, kann nicht abhandenkommen, natürlich.
00:01:04: Martin Steiger: Und das andere ist wirklich die Pensionskasse oder quid.ch.
00:01:08: Martin Steiger: Da geht es auch um Arbeitsverhältnisse.
00:01:09: Martin Steiger: Ich finde, das hat dann schon eine andere Dimension.
00:01:11: Martin Steiger: Dort ist dann eben auch nicht nur die Frage:
00:01:13: Martin Steiger: Ja,
00:01:13: Martin Steiger: ist jetzt Dein Phishing-Risiko
00:01:15: Martin Steiger: ganz leicht gestiegen, wenn wir ehrlich sind?
00:01:17: Martin Steiger: Weil es eh ein Alltagsrisiko ist.
00:01:19: Martin Steiger: Es gibt so viele Datenlecks, da musst Du immer aufpassen.
00:01:21: Martin Steiger: Oder sind es dann wirklich Daten,
00:01:23: Martin Steiger: bei denen es auch um widerrechtliche Persönlichkeitsverletzungen geht?
00:01:27: Martin Steiger: Also, wo Du dann wirklich einen tatsächlichen Schaden hast, im eigentlichen Sinn.
00:01:32: Martin Steiger: Vielleicht nicht finanziell, aber eben auch beim Persönlichkeitsschutz in der Schweiz.
00:01:37: Martin Steiger: Jetzt, Andi, weil Du ja die Medienschaffenden erwähnt hast, kommen wir noch zur Republik.
00:01:41: Martin Steiger: Das ist natürlich ein spezieller Fall,
00:01:43: Martin Steiger: weil ich jetzt auch viel Häme erlebt habe.
00:01:46: Martin Steiger: Bei der Republik arbeitet die bekannte IT-Journalistin Adrienne Fichter.
00:01:50: Martin Steiger: Sie hat seit Jahren, wenn irgendwo ein IT-Problem ist,
00:01:54: Martin Steiger: ein Datenleck oder so, dann gibt sie Vollgas.
00:01:57: Martin Steiger: Da gab es einen Fall,
00:01:59: Martin Steiger: zum Beispiel meineimpfungen.ch,
00:02:01: Martin Steiger: dann auch den Angriff auf CH Media und NZZ,
00:02:05: Martin Steiger: OneLog,
00:02:06: Martin Steiger: Viseca,
00:02:07: Martin Steiger: Kreditkartendaten.
00:02:09: Martin Steiger: Jetzt hat es die Republik erwischt.
00:02:11: Martin Steiger: Und ich finde es interessant:
00:02:13: Martin Steiger: Sie haben die betroffenen Personen
00:02:15: Martin Steiger: eigentlich brutal schonungslos informiert.
00:02:18: Martin Steiger: Das ist zum Teil auch gelobt worden.
00:02:20: Martin Steiger: Jemand bei LinkedIn, ich weiss gar nicht mehr, wer es war,
00:02:22: Martin Steiger: hat gesagt:
00:02:22: Martin Steiger: Okay,
00:02:23: Martin Steiger: das ist so positiv,
00:02:23: Martin Steiger: wie wenn Du irgendwie über eine tödliche Krebsdiagnose informiert wirst.
00:02:27: Martin Steiger: Und es hat so etwas,
00:02:28: Martin Steiger: oder?
00:02:28: Martin Steiger: Weil es schonungslos ist. Die erklären:
00:02:30: Martin Steiger: Es ist wirklich ganz übel,
00:02:32: Martin Steiger: wie es bei ihnen gelaufen ist.
00:02:34: Martin Steiger: Auch dort kann man daraus lernen.
00:02:36: Martin Steiger: Aber da habe ich mich auch gefragt:
00:02:37: Martin Steiger: Für mich als betroffene Person,
00:02:39: Martin Steiger: ehrlich gesagt, ich bin gar nicht sicher,
00:02:40: Martin Steiger: ob ich so schonungslos informiert werden möchte.
00:02:43: Andreas Von Gunten: Ja,
00:02:44: Andreas Von Gunten: also,
00:02:44: Andreas Von Gunten: nein, ich muss es auch sagen: Ich habe als Erstes natürlich,
00:02:49: Andreas Von Gunten: weil ich,
00:02:49: Andreas Von Gunten: Du weisst, dass ich auch einer der ersten Abonnenten bin und sogenannter Verleger der Republik,
00:02:54: Andreas Von Gunten: und ich finde das Magazin eigentlich gut.
00:02:57: Andreas Von Gunten: Ich finde es gut,
00:02:57: Andreas Von Gunten: dass es das gibt. Ich finde es gut,
00:02:59: Andreas Von Gunten: was sie machen.
00:03:00: Andreas Von Gunten: Ich kenne auch Adrienne persönlich,
00:03:01: Andreas Von Gunten: wobei ich sie hier herausnehmen möchte.
00:03:03: Andreas Von Gunten: Sie hat damit nichts zu tun. Sie ist nicht die technische Verantwortliche der Republik.
00:03:07: Andreas Von Gunten: Und es ist jetzt auch nicht egal: Sie haben ein oder zwei Journalistinnen.
00:03:11: Andreas Von Gunten: Es gibt auch andere Journalistinnen, die über Digitalisierung schreiben in der Republik.
00:03:16: Andreas Von Gunten: Ich finde wichtig, dass man sagen kann: Die Republik ist eines dieser Magazine, die sich sehr stark um die Digitalisierung kümmern.
00:03:21: Andreas Von Gunten: Das muss man von dieser Seite auch sagen,
00:03:24: Andreas Von Gunten: dass es gut ist, dass es das gibt.
00:03:25: Andreas Von Gunten: Und natürlich ist es dann besonders hart und besonders schlimm,
00:03:29: Andreas Von Gunten: wenn bei ihnen so etwas passiert.
00:03:33: Andreas Von Gunten: Vor allem, wenn man nachher informiert wird, wie Du das beschreibst.
00:03:37: Andreas Von Gunten: Man sieht:
00:03:37: Andreas Von Gunten: Sie haben wirklich gravierende Fehler gemacht.
00:03:41: Andreas Von Gunten: Aber beim ersten Lesen musste ich natürlich dreimal leer schlucken und habe wirklich auch gedacht:
00:03:46: Andreas Von Gunten: Meine Güte!
00:03:47: Andreas Von Gunten: Und beim zweiten und dritten Mal Lesen habe ich dann aber langsam schon das Gefühl bekommen:
00:03:51: Andreas Von Gunten: Das ist eigentlich gut. Das ist eigentlich das, was wir uns von allen wünschen.
00:03:55: Andreas Von Gunten: Also das muss man eigentlich sagen: Das ist das, was ich mir von allen wünschen würde.
00:03:59: Andreas Von Gunten: Dass sie genau sagen können, was eigentlich passiert ist.
00:04:02: Andreas Von Gunten: Und das Einzige, was mich an dem Beitrag gestört hat, an dem langen, den sie geschrieben haben,
00:04:07: Andreas Von Gunten: der öffentlich ist und in dem man lesen kann, was alles passiert ist,
00:04:10: Andreas Von Gunten: ist, dass sie dort irgendwann schreiben,
00:04:11: Andreas Von Gunten: sie übernehmen die volle Verantwortung.
00:04:14: Andreas Von Gunten: Und das finde ich, ist so eine Floskel, oder?
00:04:17: Andreas Von Gunten: Was heisst das schon?
00:04:19: Andreas Von Gunten: Das heisst einfach, ich schreibe noch einmal hin:
00:04:21: Andreas Von Gunten: Ich übernehme Verantwortung.
00:04:23: Andreas Von Gunten: Das wäre nicht nötig in meinen Augen,
00:04:26: Andreas Von Gunten: weil sie gezeigt haben, dass sie es ehrlich meinen, auch mit ihren Ansprüchen an die anderen, dass sie mindestens darüber informieren.
00:04:33: Andreas Von Gunten: Und wie das passieren konnte,
00:04:34: Andreas Von Gunten: habe ich jetzt auch das Gefühl: Da hat man einfach zu wenig gut hingeschaut.
00:04:37: Andreas Von Gunten: Da ist irgendeine Mentalität entstanden,
00:04:41: Andreas Von Gunten: die nicht die richtige war, und man hat zu wenig gut hingeschaut.
00:04:44: Andreas Von Gunten: Wir können nachher noch über Details sprechen, natürlich.
00:04:46: Martin Steiger: Dieser Satz mit der Verantwortung ist mir aufgefallen.
00:04:49: Martin Steiger: Ich zitiere: «Wir bedauern das sehr. Wir übernehmen für diese Fehler die volle Verantwortung.»
00:04:54: Martin Steiger: Das heisst überhaupt nichts.
00:04:55: Martin Steiger: Es heisst wirklich nichts.
00:04:56: Martin Steiger: Es heisst nichts.
00:04:57: Martin Steiger: Und ich muss sagen, es hat schon schlecht angefangen.
00:04:59: Martin Steiger: Im Lead zu diesem Artikel, den wir auch in den Shownotes verlinken,
00:05:03: Martin Steiger: steht unter anderem: «Alle Informationen zu dem Vorfall,
00:05:06: Martin Steiger: für den wir uns in aller Form entschuldigen.»
00:05:08: Martin Steiger: Und da wieder,
00:05:09: Martin Steiger: das fällt mir immer auf:
00:05:11: Martin Steiger: Eine Entschuldigung ist zweiseitig. Man kann andere Menschen um Entschuldigung bitten.
00:05:15: Martin Steiger: Die Menschen können die Entschuldigung annehmen oder nicht.
00:05:18: Martin Steiger: Logisch sagt man: «Sorry, ich entschuldige mich», und so weiter.
00:05:22: Martin Steiger: Aber das fällt mir häufig auf in dieser Situation,
00:05:24: Martin Steiger: dass man sagt: «Ja, wir haben uns ja entschuldigt,
00:05:26: Martin Steiger: wir übernehmen die Verantwortung»,
00:05:27: Martin Steiger: aber das heisst dann wie nichts.
00:05:28: Martin Steiger: Also ich als betroffene Person,
00:05:30: Martin Steiger: für mich ändert sich genau nichts.
00:05:32: Martin Steiger: Natürlich wollen die das nicht.
00:05:34: Martin Steiger: Niemand will irgendwie angegriffen werden, Daten verlieren und so weiter.
00:05:37: Martin Steiger: Aber reden wir noch rasch über Fehler,
00:05:40: Martin Steiger: weil das doch spektakulär ist, auch von den Auswirkungen her.
00:05:43: Martin Steiger: Also offenbar hat die Republik Metabase eingesetzt.
00:05:48: Martin Steiger: Wer das nicht kennt: Das ist so ein Business-Intelligence-Tool,
00:05:51: Martin Steiger: ein KI-basiertes.
00:05:53: Martin Steiger: Das gibt es als Open-Source-Software,
00:05:54: Martin Steiger: aber es gibt auch Enterprise-Versionen.
00:05:57: Martin Steiger: Und wie typisch für Business-Intelligence-Tools,
00:05:59: Martin Steiger: im Prinzip lebt es davon,
00:06:01: Martin Steiger: dass da möglichst viele Daten drin sind.
00:06:02: Martin Steiger: Bei der Republik hat man wohl von ihrer Datenbank eine Kopie genommen und dem Tool
00:06:09: Martin Steiger: darauf Zugriff gegeben, wahrscheinlich nur Lesezugriff,
00:06:11: Martin Steiger: aber das Tool hat vollen Zugriff auf die Daten.
00:06:14: Martin Steiger: Das ist typisch für diese Art von Tool, dass man sie mit ganz vielen anderen Datenbanken verbindet.
00:06:18: Martin Steiger: Und dadurch ist das Tool natürlich ein wichtiger Angriffsvektor.
00:06:22: Martin Steiger: Also wenn Du in einem Unternehmen,
00:06:23: Martin Steiger: in einer Organisation,
00:06:24: Martin Steiger: in einer Behörde auf das Business-Intelligence-Tool Zugriff hast,
00:06:27: Martin Steiger: dann kannst Du Dich eigentlich in der Organisation fortbewegen, hast auf alles Zugriff.
00:06:32: Martin Steiger: Das müsste man besonders gut schützen.
00:06:34: Martin Steiger: Metabase hatte nicht zum ersten Mal eine gravierende Sicherheitslücke.
00:06:38: Martin Steiger: Dadurch konnte man auf die Datenbank zugreifen.
00:06:42: Martin Steiger: Das war das Problem.
00:06:43: Martin Steiger: Die Sicherheitslücke ist das eine, aber die Republik hat nicht gemerkt, dass sie updaten musste.
00:06:47: Martin Steiger: Sie haben die E-Mails nicht abonniert.
00:06:48: Martin Steiger: Sie haben einfach nicht gemerkt, dass sie das updaten mussten.
00:06:52: Martin Steiger: Sie haben es erst gemerkt, als das Tool dann nicht mehr richtig funktioniert hat.
00:06:55: Martin Steiger: Und es ist dann offenbar ihre ganze Datenbank abgesaugt worden.
00:06:58: Martin Steiger: Das ist das eine,
00:07:00: Martin Steiger: also schon blöd genug.
00:07:01: Martin Steiger: Das hat alle Nutzerdaten und weiss nicht was.
00:07:04: Martin Steiger: Und das andere, was ausdrücklich gesagt wurde, was eben auch abgesaugt worden ist,
00:07:08: Martin Steiger: mutmasslich mindestens teilweise,
00:07:10: Martin Steiger: sind die Daten aus dem E-Voting.
00:07:12: Martin Steiger: Du hast gesagt,
00:07:12: Martin Steiger: man ist Verlegerin oder Verleger.
00:07:13: Martin Steiger: Es gibt eine sehr komplizierte Struktur.
00:07:17: Martin Steiger: Eigentlich ist man Abonnentin oder Abonnent.
00:07:19: Martin Steiger: Und der Überbau, die Abstimmungen,
00:07:22: Martin Steiger: unter 90 Prozent geht es natürlich nie bei den Wahlabstimmungen.
00:07:25: Martin Steiger: Aber E-Voting, und die Daten sind auch noch vorhanden gewesen.
00:07:28: Martin Steiger: Also das sind E-Voting-Daten, ja jetzt nicht vom Staat,
00:07:31: Martin Steiger: aber trotzdem,
00:07:31: Martin Steiger: oder?
00:07:32: Martin Steiger: Und das andere ist,
00:07:33: Martin Steiger: dass Du bei der Republik anonym kommentieren kannst,
00:07:36: Martin Steiger: wenn Du Abonnentin oder Abonnent bist, also wenn Du einen Account hast.
00:07:39: Martin Steiger: Und auch diese Daten sind abhandengekommen.
00:07:41: Martin Steiger: Das ist eben so,
00:07:42: Martin Steiger: dass ...
00:07:42: Martin Steiger: Das sieht man auch als Nutzerin oder Nutzer.
00:07:44: Martin Steiger: Also diese Kommentare sind mit Identitäten verknüpft.
00:07:48: Martin Steiger: Also die sind nicht anonymisiert oder so.
00:07:50: Martin Steiger: Das finde ich noch besonders speziell.
00:07:52: Martin Steiger: Ja, das E-Voting, geschenkt.
00:07:54: Martin Steiger: Aber die Leserkommentare in der Schweiz,
00:07:55: Martin Steiger: also die Schweizer Medienbranche,
00:07:57: Martin Steiger: beansprucht für diese Leserkommentare den Quellenschutz.
00:08:00: Martin Steiger: Das hat man einmal vor dem Bundesgericht durchgesetzt,
00:08:02: Martin Steiger: ein Entscheid im Zusammenhang mit dem Schweizer Radio und Fernsehen.
00:08:05: Martin Steiger: Also jeder noch so trümmlige Leserkommentar.
00:08:07: Martin Steiger: Also alle sagen immer: Ja,
00:08:09: Martin Steiger: Quellenschutz,
00:08:09: Martin Steiger: wir geben nichts heraus, wir ermöglichen keine Strafverfolgung.
00:08:11: Martin Steiger: Die ausgerechnet, die Republik, hat das einfach völlig vernachlässigt,
00:08:15: Martin Steiger: und das hat auch in der Diskussion zu dem Beitrag zu erheblicher Kritik geführt.
00:08:20: Martin Steiger: Und das ist eben auch das Ding:
00:08:21: Martin Steiger: Wenn man halt auf dem hohen Ross sitzt,
00:08:25: Martin Steiger: mit dem Finger auf die anderen zeigt,
00:08:26: Martin Steiger: immer so: «Wir sind die Besten in allem»,
00:08:28: Martin Steiger: oder: «Wir haben den Journalismus neu erfunden», und so weiter,
00:08:31: Martin Steiger: dann kollidiert das halt extrem,
00:08:33: Martin Steiger: wenn Du da wirklich schonungslos einen Einblick hast
00:08:36: Martin Steiger: in das, was die Republik gerne als Maschinenraum bezeichnet.
00:08:40: Andreas Von Gunten: Ja,
00:08:40: Andreas Von Gunten: jetzt kommen natürlich gerade ein paar Sachen aus mir heraus zu diesen Punkten.
00:08:46: Andreas Von Gunten: Also ich finde natürlich auch, ganz grundsätzlich das Grosse,
00:08:48: Andreas Von Gunten: das Schlimme ist wirklich das mit den anonymen Kommentaren.
00:08:51: Andreas Von Gunten: Dass die abfliessen konnten.
00:08:53: Andreas Von Gunten: Und da gibt es auch ganz viele Fragezeichen, die ich habe.
00:08:56: Andreas Von Gunten: Also warum nutzt denn die Republik überhaupt so etwas wie Metabase?
00:09:01: Andreas Von Gunten: Klar,
00:09:01: Andreas Von Gunten: es kann sein, dass sie da irgendwelche wirklich gescheiten Informationen erhalten.
00:09:05: Andreas Von Gunten: Ich wage das aber ehrlich gesagt ein wenig zu bezweifeln.
00:09:08: Andreas Von Gunten: Ich merke das immer wieder.
00:09:09: Andreas Von Gunten: Übrigens nervt mich das sowieso bei allen Onlinezeitungen, nicht nur bei der Republik, bei allen.
00:09:13: Andreas Von Gunten: Warum müssen die auch noch wissen,
00:09:14: Andreas Von Gunten: was ich jetzt genau lese, welchen Artikel ich lese? Das scheisst mich eigentlich an.
00:09:17: Andreas Von Gunten: Das müssen sie eigentlich gar nicht wissen.
00:09:19: Andreas Von Gunten: Aber es geht nicht anders. Du musst Dich ja einloggen, Du musst das Zeug dann haben, aber von mir aus sollst Du das machen.
00:09:23: Andreas Von Gunten: Aber auch dort, da fängt für mich das Problem schon an: Man müsste eigentlich nicht auf die Person zurückführen können, was die einzelne Person liest.
00:09:29: Andreas Von Gunten: Man kann das von mir aus verwerten, aber man muss eigentlich nicht wissen,
00:09:32: Andreas Von Gunten: wer das ist.
00:09:32: Andreas Von Gunten: Und dort fängt natürlich für mich das grosse Problem schon mal grundsätzlich an,
00:09:35: Andreas Von Gunten: dass man überhaupt so eine Software einsetzt, auch als Republik.
00:09:38: Andreas Von Gunten: Aber nehmen wir mal an,
00:09:39: Andreas Von Gunten: sie brauchen das wirklich,
00:09:40: Andreas Von Gunten: um das Angebot zu verbessern.
00:09:42: Andreas Von Gunten: Das will ich ja auch letztendlich haben.
00:09:44: Andreas Von Gunten: Dann ist die grosse Frage:
00:09:45: Andreas Von Gunten: Warum aber alle Daten?
00:09:46: Andreas Von Gunten: Warum haben sie das nicht anders konfiguriert?
00:09:48: Andreas Von Gunten: Und dann natürlich das, was ich nicht verstehe, ist das mit dem Update.
00:09:52: Andreas Von Gunten: Also wenn sie schon eine neue Software aufziehen,
00:09:54: Andreas Von Gunten: dass sie da so offen waren.
00:09:55: Andreas Von Gunten: Also ich sehe es ein bisschen so:
00:09:57: Andreas Von Gunten: Das ist das, was man wahrscheinlich etwas tragisch findet.
00:09:59: Andreas Von Gunten: Aber ich möchte ihnen da auch schon noch etwas dazu sagen.
00:10:01: Andreas Von Gunten: Man hat das Gefühl,
00:10:02: Andreas Von Gunten: sie haben eigentlich die grundlegenden Regeln,
00:10:05: Andreas Von Gunten: die sie von den Firmen verlangen,
00:10:06: Andreas Von Gunten: in ihren Beiträgen,
00:10:07: Andreas Von Gunten: selber nicht eingehalten.
00:10:09: Andreas Von Gunten: Es gibt wahrscheinlich keinen Qualitätssicherungsprozess,
00:10:12: Andreas Von Gunten: bei dem sie wirklich schauen,
00:10:13: Andreas Von Gunten: wie die
00:10:14: Andreas Von Gunten: selber betriebene Software
00:10:16: Andreas Von Gunten: regelmässig gewartet wird.
00:10:17: Andreas Von Gunten: Ist das alles im Griff?
00:10:18: Andreas Von Gunten: Was man eigentlich bei
00:10:20: Andreas Von Gunten: allen anderen verlangt,
00:10:22: Andreas Von Gunten: und zu Recht auch verlangt:
00:10:24: Andreas Von Gunten: Hat man die IT-Infrastruktur
00:10:26: Andreas Von Gunten: im Griff?
00:10:26: Andreas Von Gunten: Und dazu gehört,
00:10:28: Andreas Von Gunten: definitiv sicherzustellen, dass die Software,
00:10:29: Andreas Von Gunten: die man selber betreibt, dass man dort weiss,
00:10:31: Andreas Von Gunten: wann man updaten muss.
00:10:32: Andreas Von Gunten: Und dass man eigentlich immer updaten muss.
00:10:34: Andreas Von Gunten: Man muss eigentlich immer updaten.
00:10:35: Andreas Von Gunten: Man kann es nicht oft genug wiederholen.
00:10:37: Andreas Von Gunten: Und das ist schon ein grosses Problem.
00:10:42: Andreas Von Gunten: Und
00:10:41: Andreas Von Gunten: darum verstehe ich auch, dass es eine wüste Häme darum gibt.
00:10:43: Andreas Von Gunten: Ich finde aber gleichzeitig auch,
00:10:45: Andreas Von Gunten: und das dürfen wir schon nicht vergessen:
00:10:47: Andreas Von Gunten: Auch wenn die Republik ein bisschen anders organisiert ist als andere,
00:10:49: Andreas Von Gunten: wir haben eine Redaktion.
00:10:51: Andreas Von Gunten: Und die Redaktion, die arbeitet redaktionell, die schreibt Beiträge,
00:10:55: Andreas Von Gunten: die recherchiert,
00:10:56: Andreas Von Gunten: die schreibt über die Welt.
00:10:58: Andreas Von Gunten: Und wir haben eine Organisation, die den Betrieb aufrechterhält.
00:11:02: Andreas Von Gunten: Wir haben eine Administration,
00:11:04: Andreas Von Gunten: wir haben eine Lohnbuchhaltung,
00:11:05: Andreas Von Gunten: wir haben eine Buchhaltung, wir haben eine IT.
00:11:07: Andreas Von Gunten: Und ich finde nicht, dass die Leute,
00:11:09: Andreas Von Gunten: die in der Redaktion arbeiten
00:11:11: Andreas Von Gunten: und mit Recht in meinen Augen an anderen Orten
00:11:14: Andreas Von Gunten: auf Missstände hinweisen,
00:11:15: Andreas Von Gunten: dass die verantwortlich sind
00:11:16: Andreas Von Gunten: und verantwortlich zu machen sind
00:11:18: Andreas Von Gunten: für allfällige Probleme,
00:11:19: Andreas Von Gunten: die es intern geben könnte.
00:11:21: Andreas Von Gunten: Also mich dünkt,
00:11:23: Andreas Von Gunten: da muss man schon auch noch ein bisschen unterscheiden.
00:11:25: Andreas Von Gunten: Aber natürlich hoffe ich jetzt schon,
00:11:27: Andreas Von Gunten: dass man dann merkt,
00:11:28: Andreas Von Gunten: man müsste eigentlich schon auch ernsthaft
00:11:31: Andreas Von Gunten: selber bei sich schauen,
00:11:32: Andreas Von Gunten: was das bedeutet.
00:11:33: Andreas Von Gunten: Also es muss von den anderen kommen,
00:11:34: Andreas Von Gunten: es muss von der strategischen Führung her kommen,
00:11:36: Andreas Von Gunten: die sagen: «Hey,
00:11:37: Andreas Von Gunten: das müssen wir im Griff haben,
00:11:38: Andreas Von Gunten: wenn wir schon bei den anderen die ganze Zeit hingehen und motzen.»
00:11:41: Andreas Von Gunten: Aber ja, also noch einmal:
00:11:42: Andreas Von Gunten: Ich bin auch erschrocken
00:11:44: Andreas Von Gunten: und ich finde es tragisch.
00:11:46: Andreas Von Gunten: Und ich habe noch eine kleine Bemerkung
00:11:47: Andreas Von Gunten: zu dem, was wir vorhin kurz hatten.
00:11:48: Andreas Von Gunten: Lustig fand ich tatsächlich,
00:11:50: Andreas Von Gunten: dass sie dann noch geschrieben haben,
00:11:51: Andreas Von Gunten: die Kreditkartendaten sind nicht weg.
00:11:53: Andreas Von Gunten: Die sind bei Stripe, und da hat es mich fast verblüfft.
00:11:56: Andreas Von Gunten: Ich meine, ich weiss ja, was bei Stripe ist, aber ich finde das natürlich besonders lustig, wenn man dann eigentlich muss ...
00:11:59: Andreas Von Gunten: Ich muss sagen:
00:12:00: Andreas Von Gunten: Ja,
00:12:00: Andreas Von Gunten: eben bei dem bösen Amerikaner, dort ist das Zeug ganz gut und sicher aufbewahrt.
00:12:05: Martin Steiger: Ja, die Republik hat ja auch öffentlich sichtbar gesagt:
00:12:08: Martin Steiger: Wir wollen da digitale Souveränität.
00:12:10: Martin Steiger: Sie haben zum Beispiel auch ihre E-Mails, glaube ich, von Google Workspace zu Proton gewechselt,
00:12:14: Martin Steiger: was ich persönlich für den Quellenschutz für verheerend halte.
00:12:16: Martin Steiger: Also wenn Du eine Schweizer Quelle bist,
00:12:17: Martin Steiger: willst Du nicht, dass Deine E-Mails
00:12:19: Martin Steiger: bei einem Schweizer Provider liegen,
00:12:20: Martin Steiger: auch nicht bei Proton.
00:12:22: Martin Steiger: Ganz eine schlechte Idee.
00:12:22: Martin Steiger: Also auch dort habe ich das Thema:
00:12:24: Martin Steiger: Hauptsache in der Schweiz,
00:12:25: Martin Steiger: dann ist alles gut,
00:12:26: Martin Steiger: obwohl man es eigentlich besser wissen müsste.
00:12:27: Martin Steiger: Die Republik,
00:12:28: Martin Steiger: Adrienne Fichter,
00:12:29: Martin Steiger: reagiert nicht gut auf kritische Hinweise.
00:12:31: Martin Steiger: Das muss man auch sagen.
00:12:32: Martin Steiger: Aber mit der Verantwortung:
00:12:33: Martin Steiger: Ja, natürlich sind nicht die Medienschaffenden verantwortlich.
00:12:36: Martin Steiger: Das ist klar.
00:12:37: Martin Steiger: Ein anderes Problem ist natürlich: Gleichzeitig sind sie das Gesicht des Unternehmens.
00:12:40: Martin Steiger: Also es ist genauso bei der SBB.
00:12:42: Martin Steiger: Wenn ich unzufrieden bin mit der SBB, ist im Normalfall nicht die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter an der Front verantwortlich.
00:12:48: Martin Steiger: Aber er ist das Gesicht des Unternehmens, wortwörtlich.
00:12:51: Martin Steiger: Aber ich finde es wichtig, dass man hier differenziert.
00:12:54: Martin Steiger: Es ist extrem banal.
00:12:55: Martin Steiger: Natürlich können die Mitarbeitenden der Medien bei der Republik nichts dafür.
00:12:58: Martin Steiger: Man hat auch auf LinkedIn diskutiert:
00:13:00: Martin Steiger: Governance und so.
00:13:01: Martin Steiger: Oder hätte der Verwaltungsrat etwas machen müssen?
00:13:03: Martin Steiger: Ich meine, was sollte der Verwaltungsrat machen?
00:13:06: Martin Steiger: Soll er seine IT fragen,
00:13:07: Martin Steiger: ob sie die Software aktualisiert?
00:13:09: Martin Steiger: Also ich meine,
00:13:10: Martin Steiger: ich finde es wirklich sehr schwierig.
00:13:12: Martin Steiger: Man sitzt bis zu einem gewissen Grad auch im Glashaus.
00:13:15: Martin Steiger: Und eben spektakulär, das mit dem Quellenschutz und dann auch mit den Informationen,
00:13:18: Martin Steiger: auch hier.
00:13:19: Martin Steiger: Oder sie schreiben dann: Bis im Mai, also 2026,
00:13:22: Martin Steiger: sei Metabase bei ihnen in einer Version von 2023 gelaufen.
00:13:26: Martin Steiger: Sie haben gewusst, das sei ein Problem,
00:13:27: Martin Steiger: weil Software, die nicht aktualisiert wird,
00:13:29: Martin Steiger: Sicherheitslücken ansammelt.
00:13:31: Martin Steiger: Also da fängt es schon mal an:
00:13:32: Martin Steiger: Wie unsicher ist dann Metabase damals schon gewesen?
00:13:35: Martin Steiger: Sie konnten sie noch nicht einmal mehr aktualisieren auf der alten Plattform.
00:13:38: Martin Steiger: Darum haben sie auf die neue Plattform migriert und dann auf die aktuelle Version upgedatet und so.
00:13:43: Martin Steiger: Die schonungslose Kommunikation wirft auch ganz viele Fragen auf.
00:13:46: Martin Steiger: Sie haben sich auch Mühe gegeben, das zu beantworten, und so weiter.
00:13:49: Martin Steiger: Also eben,
00:13:49: Martin Steiger: sie bleiben sich auf eine Art schon treu, auch von der Länge des Artikels her.
00:13:53: Martin Steiger: Das sagen sie überall als Beispiel.
00:13:54: Martin Steiger: Sie müssen wissen,
00:13:55: Martin Steiger: also dank Metabase können sie wissen,
00:13:57: Martin Steiger: wie denn,
00:13:58: Martin Steiger: also welche Beiträge zu Ende gelesen werden.
00:14:00: Martin Steiger: Ich habe den Verdacht, bei der Republik kaum ein Beitrag, weil die so lang sind,
00:14:04: Martin Steiger: typischerweise.
00:14:05: Martin Steiger: Aber ja,
00:14:06: Martin Steiger: also sie sind nicht kürzer geworden.
00:14:07: Martin Steiger: Vielleicht zeigt Metabase auch, dass alles zu Ende gelesen wird, weil die, die da aktiv sind, so Fans sind.
00:14:12: Martin Steiger: Ja, ich bin gespannt,
00:14:13: Martin Steiger: was da herauskommt.
00:14:16: Martin Steiger: Vielleicht noch das Letzte von mir, vom Feedback her.
00:14:18: Martin Steiger: Die Republik,
00:14:19: Martin Steiger: keine Ahnung, wie viele betroffene Personen das sind, so 30'000, 40'000, mit den sogenannten Verlegerinnen und Verlegern, Newsletter-Abonnentinnen und -Abonnenten und so weiter.
00:14:27: Martin Steiger: Und bis jetzt ist mein Feedback: irgendwie 235 Kommentare.
00:14:32: Martin Steiger: Klar, vielleicht haben sich Leute noch mit ein paar E-Mails und so gemeldet,
00:14:34: Martin Steiger: aber das ist natürlich auch sehr wenig.
00:14:36: Martin Steiger: Ja,
00:14:36: Martin Steiger: und einfach da, oder, wir versuchen etwas daraus zu lernen.
00:14:39: Martin Steiger: Also,
00:14:39: Martin Steiger: eben einerseits Software aktualisieren und andererseits sich wirklich überlegen, ich weiss, das ist sehr schwierig,
00:14:44: Martin Steiger: überall,
00:14:45: Martin Steiger: welche Daten braucht man noch?
00:14:46: Martin Steiger: Also ich meine, braucht man Daten vom E-Voting,
00:14:49: Martin Steiger: vom vergangenen E-Voting noch?
00:14:51: Martin Steiger: Eigentlich nicht,
00:14:51: Martin Steiger: oder, wenn Du ausgezählt hast.
00:14:52: Martin Steiger: Also,
00:14:53: Martin Steiger: eigentlich musst Du das nicht mehr verknüpfen können.
00:14:55: Martin Steiger: Und eben ehrlich gesagt, die Wahlen und Abstimmungen,
00:14:57: Martin Steiger: liebe Republik,
00:14:58: Martin Steiger: schenkt Euch doch die komplizierte Struktur,
00:15:00: Martin Steiger: die kostet schon mal viel Geld.
00:15:01: Martin Steiger: Sie führt jetzt eben zu Sicherheitsproblemen,
00:15:03: Martin Steiger: weil Du vom Gesetz her bei der Genossenschaft
00:15:06: Martin Steiger: für die Genossenschaft eine Adresse haben musst.
00:15:08: Martin Steiger: Darum sind alle betroffenen Personen auch mit den Adressen exponiert,
00:15:11: Martin Steiger: vielleicht auch mit den Adressen, die nicht so öffentlich werden sollen.
00:15:13: Martin Steiger: Das fliegt Dir jetzt halt leider ein bisschen um die Ohren.
00:15:16: Martin Steiger: Ja,
00:15:16: Martin Steiger: eben,
00:15:16: Martin Steiger: Häme ist kein guter Charakterzug.
00:15:20: Martin Steiger: Also ich weiss auch aus Beratungserfahrung, aus der Arbeit:
00:15:23: Martin Steiger: Das ist hart, wenn Du da betroffen bist.
00:15:25: Martin Steiger: Das nimmst Du im Endeffekt nicht auf die leichte Schulter.
00:15:27: Martin Steiger: Die Leute, da bin ich überzeugt, nehmen es garantiert nicht auf die leichte Schulter.
00:15:31: Martin Steiger: Die sind auch hingestanden.
00:15:32: Martin Steiger: Auch der Herr Tech hat den Beitrag verfasst.
00:15:34: Martin Steiger: Das hat man bei anderen Unternehmen nicht.
00:15:37: Martin Steiger: Von daher finde ich das alles in allem gut, ja, von der Kommunikation her.
00:15:42: Martin Steiger: Auch wenn ich mir nicht sicher bin,
00:15:43: Martin Steiger: ob so etwas wie Psychohygiene wirklich hilft,
00:15:46: Martin Steiger: wenn es einfach so zack geht.
00:15:47: Martin Steiger: Also darum den Vergleich,
00:15:48: Martin Steiger: wenn er auch krass ist, mit der Krebsdiagnose.
00:15:50: Martin Steiger: Oder der Arzt hat Dich perfekt darüber informiert,
00:15:52: Martin Steiger: dass Du irgendwie unheilbar an Krebs leidest.
00:15:54: Martin Steiger: Schwierig, aber ich finde den Vergleich noch gut.
00:15:56: Andreas Von Gunten: Ja, ja, ich verstehe ihn auch.
00:15:58: Andreas Von Gunten: Ich möchte trotzdem noch abschliessend sagen:
00:16:00: Andreas Von Gunten: Ich wünsche mir tatsächlich,
00:16:01: Andreas Von Gunten: ich habe es schon mal gesagt,
00:16:02: Andreas Von Gunten: ich wünsche mir mehr solche Kommunikation, nicht unbedingt
00:16:05: Andreas Von Gunten: in dieser Form. Sie muss nicht in dieser Länge sein, aber
00:16:07: Andreas Von Gunten: sie sind wirklich schonungslos. Das muss man ihnen
00:16:08: Andreas Von Gunten: zugutehalten, oder?
00:16:09: Andreas Von Gunten: Also, dass sie so
00:16:11: Andreas Von Gunten: Details bringen, wie die Software,
00:16:12: Andreas Von Gunten: sie sind 2023
00:16:13: Andreas Von Gunten: gelaufen oder nicht upgedatet worden.
00:16:15: Andreas Von Gunten: Wie das gelaufen ist mit ... Also,
00:16:16: Andreas Von Gunten: man muss schon
00:16:16: Andreas Von Gunten: sagen, es bleiben fast keine Fragen übrig.
00:16:19: Andreas Von Gunten: Wenn Du sonst einen Beitrag liest
00:16:21: Andreas Von Gunten: über so einen Breach, dann hast Du immer noch
00:16:22: Andreas Von Gunten: tausend Fragen, und da muss man sagen: Man liest
00:16:24: Andreas Von Gunten: den Artikel, und dann bleiben fast keine Fragen mehr übrig.
00:16:27: Martin Steiger: Das stimmt.
00:16:27: Martin Steiger: Wir hatten gerade das Gegenbeispiel mit Publica.
00:16:29: Martin Steiger: Im Streit mit einem Softwarelieferanten.
00:16:32: Martin Steiger: Sie wissen eigentlich nichts.
00:16:33: Andreas Von Gunten: Ja, vielleicht wissen sie tatsächlich nichts,
00:16:35: Andreas Von Gunten: oder?
00:16:35: Andreas Von Gunten: Dann kannst Du auch nicht einfach etwas behaupten.
00:16:37: Martin Steiger: Ja, also ich denke,
00:16:39: Martin Steiger: der Fall bei der Republik,
00:16:40: Martin Steiger: wenn er nicht noch wider Erwarten eskaliert,
00:16:42: Martin Steiger: der wird wesentlich schneller,
00:16:44: Martin Steiger: sage ich, von der Wirkung her abgeschlossen sein.
00:16:46: Martin Steiger: Ja,
00:16:47: Martin Steiger: Insider werden sich daran erinnern.
00:16:48: Martin Steiger: Dumm gelaufen.
00:16:49: Martin Steiger: Die Republik lernt gerade sicher sehr viel daraus.
00:16:51: Martin Steiger: Das haben sie geschrieben.
00:16:53: Martin Steiger: Während eben so ein Fall wie Publica, oder eigentlich Publica, eigentlich ist es unfair, von Publica zu reden,
00:16:57: Martin Steiger: die haben die Software beschafft, also PK-Softech-Hack, okay,
00:17:00: Martin Steiger: Publica hat wohl nie hingeschaut, sondern einfach,
00:17:03: Martin Steiger: wie sagt man: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
00:17:05: Martin Steiger: Aber ich glaube,
00:17:07: Martin Steiger: dort werden die Auswirkungen natürlich noch viel weitergehend sein, eben bis hin irgendwie
00:17:12: Martin Steiger: zu den Tarnidentitäten, oder ich weiss nicht.
00:17:15: Andreas Von Gunten: Ja, ich denke, die Adresssammlung ist noch spektakulär.
00:17:18: Andreas Von Gunten: Ich nehme an, wenn Du im Bund tätig bist,
00:17:21: Andreas Von Gunten: dann bist Du dort.
00:17:23: Martin Steiger: Definitiv. Das wird noch viel zu reden geben,
00:17:25: Martin Steiger: da bin ich ziemlich sicher.
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