DAT394 DeepL und Proton nutzen amerikanische Infrastruktur (Follow-up, Teil 1)
Shownotes
Weblinks:
DeepL nutzt Amazon Webservices (AWS):
- Deutsches DeepL nutzt amerikanische Amazon Web Services (AWS) (Steiger Legal)
- DeepL kostet vier Mal so viel wie noch vor einem Jahr für Unternehmen (Steiger Legal)
- DAT367 ChatGPT, DeepL und sonstige Künstliche Intelligenz (Datenschutz-Plaudereien)
- KMU: Keine Compliance-Funktionen bei Online-Diensten (Steiger Legal)
- DAT062 Keine Compliance für kleine Unternehmen (Datenschutz-Plaudereien)
- Übersetzt DeepL unvollständig in der kostenlosen Version? (Steiger Legal)
Proton verwendet amerikanische Infrastruktur:
- Proton verwendet amerikanische Infrastruktur für Proton Meet (Steiger Legal)
- Proton Meet Isn't What They Told You It Was (Sam Bent)
- Introducing Proton Meet: Confidential Video Calls for Work and Life (Proton, Andy Yen)
- FBI erhält Daten über anonymes E‑Mail-Konto bei Proton Mail (Steiger Legal)
- The Proton Problem (Sam Bent)
Hardware-basierte Verschlüsselung mit eigenen Schlüsseln:
- Hardware Security Module (HSM) (Englischsprachige Wikipedia)
- Cloud HSM as an Encryption Key Service for Workspace Client-Side Encryption (Google)
- Cloud HSM – Cloud Key Management Service (Google Cloud)
- Cloud HSM Architecture (Google Cloud)
- AWS CloudHSM (Amazon Web Services, AWS)
- AWS CloudHSM Documentation (AWS)
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Über die «Datenschutz-Plaudereien»
Rechtsanwalt Martin Steiger und Andreas Von Gunten, Co-Gründer von Datenschutzpartner, plaudern über Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches rund um den Datenschutz und verwandte Themen.
Impressum: https://www.datenschutzpartner.ch/impressum/
Transkript anzeigen
00:00:01: Sprecher: Willkommen bei den Datenschutz-Plaudereien.
00:00:02: Sprecher: Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches rund um den Datenschutz und verwandte Themen.
00:00:03: [Musik]
00:00:13: Martin Steiger: Guten Tag, mein Name ist Martin Steiger.
00:00:15: Andreas Von Gunten: Und mein Name ist Andreas Von Gunten.
00:00:18: Martin Steiger: Andi, es ist mal wieder Zeit für Follow-up.
00:00:20: Martin Steiger: Wir kommen im Wesentlichen auf Themen und auch Rückmeldungen zurück.
00:00:23: Martin Steiger: Themen, die wir schon hatten, Rückmeldungen aus dem Publikum.
00:00:26: Martin Steiger: Zuerst aber noch ein Hinweis in eigener Sache.
00:00:29: Martin Steiger: Und da geht es darum, dass wir ja für alle Podcast-Episoden Show Notes veröffentlichen.
00:00:32: Martin Steiger: Eine kurze Beschreibung der Episode und dann auch weiterführende Links.
00:00:35: Martin Steiger: Das sind so Aufzählungen mit Titeln und so weiter.
00:00:38: Martin Steiger: Dann gibt es aber auch Chapter Marks oder Kapitelmarken.
00:00:41: Martin Steiger: Dass man bei den meisten Episoden zu den Themen springen kann, wenn man nicht alles hören will.
00:00:44: Martin Steiger: Und dann gibt es auch immer häufiger ein Transkript.
00:00:47: Martin Steiger: Die Verschriftlichung von dem, was wir reden.
00:00:50: Martin Steiger: Und das ist ein wenig unterschiedlich. Show Notes machen immer wir.
00:00:53: Martin Steiger: Chapter Marks machen wir, aber zum Teil auch Podcast-Plattformen.
00:00:56: Martin Steiger: Und Transkripte machen bis jetzt eigentlich nur Plattformen.
00:00:59: Martin Steiger: Häufig ist es in der Bezahlversion, aber je nach Podcast-App und Plattform auch standardmässig.
00:01:02: Martin Steiger: Dort ist die Qualität sehr unterschiedlich, muss man sagen.
00:01:05: Martin Steiger: Drum fangen wir jetzt neuerdings an zu probieren, ein eigenes Transkript zu liefern.
00:01:08: Martin Steiger: Denn wenn man selber liefert, dann wird meistens das genommen und nicht das, was die Podcast-Plattform selber erstellt hat.
00:01:11: Martin Steiger: Ich muss aber sagen, KI, das sind ja KI-Modelle, die die Transkripte machen.
00:01:14: Martin Steiger: Die stossen da beim Schweizerdeutschen an deutliche Grenzen.
00:01:17: Martin Steiger: Aber wir arbeiten daran und versuchen jetzt mal, da mit einem eigenen Transkript zu arbeiten.
00:01:20: Martin Steiger: Ich habe da mit Claude.ai etwas web-codiert, was das etwas effizienter machen sollte bei der Produktion.
00:01:23: Martin Steiger: Ich schaue mal, wie das funktioniert.
00:01:26: Martin Steiger: Bei den Show Notes ist es so, dass je nach Plattform, je nach App, halt die Formatierung nicht übernommen wird.
00:01:29: Martin Steiger: Spotify zeigt es nicht genau umgekehrt an, also was fett ist, ist nicht fett und umgekehrt.
00:01:32: Martin Steiger: Oder die Abstände und so stimmen nicht. Da haben wir keinen Einfluss darauf.
00:01:35: Martin Steiger: Das ist einfach sehr einfach strukturierter Text, wird darum unterschiedlich übernommen.
00:01:38: Martin Steiger: Und ja, bei den Chapter Marks auch nochmal Spotify, dort ist mir aufgefallen, obwohl wir eigene Chapter Marks haben, hat Spotify angefangen, diese KI-basiert zu generieren.
00:01:41: Martin Steiger: Sie haben nicht besonders gut gestimmt, das habe ich jetzt ausschalten können.
00:01:44: Martin Steiger: Ja, schaut euch die Funktionen an, liebes Publikum, also nutzt diese.
00:01:47: Martin Steiger: Ich weiss, es gibt Leute, die Podcasts viel lieber lesen als hören.
00:01:50: Martin Steiger: Auch mit KI-Tools kann man dann darauf werfen, es gibt auch Tools, die darauf spezialisiert sind.
00:01:53: Martin Steiger: Also da kann man sehr viel darüber machen, aber mit dem Schweizerdeutschen haben wir auf absehbare Zeit halt wirklich noch ein Problem.
00:01:56: Martin Steiger: Die Transkription, die hat einfach das eine oder andere Problem.
00:01:59: Martin Steiger: Oder eben auch so Sachen wie «Von Gunten» gar nicht gut bei den KI-Modellen.
00:02:02: Martin Steiger: EDÖB, Eidgenössischer Datenschutzbeauftragter, Datenschutz-Plaudereien.
00:02:05: Martin Steiger: Wir haben leider auch ein paar ziemlich zentrale Begriffe, mit denen die KI-Modelle Mühe haben.
00:02:08: Martin Steiger: Aber besser als nichts, das einfach als Hinweis, dass gewisse Sachen von uns kommen, gewisse Sachen von den Apps und Plattformen.
00:02:11: Martin Steiger: Es ist halt sehr unterschiedlich und gerade was die Apps und Plattformen selber machen, da haben wir letztlich keinen oder nur beschränkten Einfluss.
00:02:14: Andreas Von Gunten: Ja, und darum finde ich es super, Martin, dass du dir die Mühe machst, jetzt diese Transkripte zu versuchen selber zu machen.
00:02:17: Andreas Von Gunten: Denn dort ist es schon so, dort sieht man natürlich zum Teil haarsträubendes Zeug gerade im Schweizerdeutschen.
00:02:20: Andreas Von Gunten: Und von dem her ist es natürlich ein grossartiger Dienst an unseren Hörerinnen und Hörern, dass wir versuchen, da unsere Transkripte so gut wie möglich zu machen. Besten Dank.
00:02:23: Andreas Von Gunten: Martin, du hast kürzlich einen Blogpost geschrieben, den ich interessant gefunden habe, und zwar DeepL.
00:02:26: Andreas Von Gunten: Auch eine Firma, die wir immer wieder mal erwähnen, auch eine Firma, die sich ja eigentlich so ein wenig als europäische Plattform angeboten hat oder anbietet.
00:02:29: Andreas Von Gunten: Aber sie ist, glaube ich, mittlerweile gekauft worden, wenn es mir recht ist. Auf alle Fälle interessant ist, dass die neuerdings gemäss ihren AGB, glaube ich, oder ich weiss nicht, ob es die Datenschutzerklärung ist.
00:02:32: Andreas Von Gunten: Dass sie sagen, sie würden jetzt neuerdings die amerikanischen Amazon Web Services nutzen.
00:02:35: Andreas Von Gunten: Was natürlich das ganze Europäische wieder ein bisschen infrage stellt, oder habe ich das richtig verstanden?
00:02:38: Martin Steiger: Du hast das richtig verstanden. DeepL, was ja die Abkürzung ist für Deep Learning, also ein alter Begriff für KI.
00:02:41: Martin Steiger: Die sind ja so bekannt, weil sie wirklich einer der ersten Anbieter gewesen sind oder vielleicht sogar der erste Anbieter, bei dem man vernünftig hat übersetzen können.
00:02:44: Martin Steiger: Google Translate hat es seit Urzeiten gegeben, das ist aber zum Teil häufig ein wenig lustig-komisch gewesen, was herausgekommen ist.
00:02:47: Martin Steiger: Und DeepL ist dann eine deutliche Verbesserung gewesen, sehr bekannt.
00:02:50: Martin Steiger: Und eben, sie sind aus Deutschland grundsätzlich, nur sind jetzt auch Investoren drin.
00:02:53: Martin Steiger: Zuletzt haben wir über sie geredet, weil sie so teuer geworden sind, also die Preise massiv erhöht haben.
00:02:56: Martin Steiger: Wir haben, glaube ich, auch schon darüber geredet, dass es bei der Compliance gar nicht so einfach ist.
00:02:59: Martin Steiger: Also auch wenn du zahlst, hast du nicht automatisch einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
00:03:02: Martin Steiger: Letzter Stand war, dass du Sales schreiben musst, dann bekommst du ihn.
00:03:05: Martin Steiger: Das Gleiche auch, wenn du zusätzlichen Geheimhaltungsbedarf hast, zum Beispiel als Arzt oder als Anwältin.
00:03:08: Martin Steiger: Und ja, jetzt werden Nutzerinnen und Nutzer nach und nach informiert, dass DeepL jetzt auch Infrastruktur von Amazon Web Services nutzen kann.
00:03:11: Martin Steiger: In Europa nutzen sie das, ich glaube in Frankfurt.
00:03:14: Martin Steiger: Ja, also der Nimbus jetzt vom einfach rein deutsch-europäischen Dienst ist natürlich jetzt weg.
00:03:17: Martin Steiger: Ich persönlich finde das jetzt nicht so schlimm, dass die Amazon Web Services nutzen, sie haben sicher gute Gründe, das zu machen.
00:03:20: Martin Steiger: Aber ja, es sind jetzt natürlich viele Nutzerinnen und Nutzer, die das erfahren, enttäuscht.
00:03:23: Martin Steiger: Der aktuelle Stand ist wohl, dass du natürlich kündigen kannst.
00:03:26: Martin Steiger: Ich glaube, der Vertrag läuft spätestens dann Ende 2026 aus, ja genau.
00:03:29: Martin Steiger: Und wenn du nicht widersprichst, dann gilt es. Was auch noch speziell ist.
00:03:32: Martin Steiger: Also du musst nicht einwilligen, sondern einfach nicht widersprechen.
00:03:35: Martin Steiger: Und eben, du kannst natürlich ausserordentlich kündigen, und ich glaube, der letzte Kündigungstermin nach dem aktuellen Stand ist per Ende Jahr.
00:03:38: Martin Steiger: Dann bist du quasi raus, wenn du widersprochen hast, egal wie lange das aktuelle Abo noch läuft.
00:03:41: Martin Steiger: Ich persönlich muss immer sagen, ich halte DeepL schon seit einiger Zeit für hoffnungslos überschätzt.
00:03:44: Martin Steiger: Eben, sie sind immer teurer geworden, auch Zusatzfunktionen, die kosten mittlerweile alle extra.
00:03:47: Martin Steiger: Sie sind immer angeschrieben, und wenn du darauf klickst, musst du auch noch für das zahlen.
00:03:50: Martin Steiger: Und auch die Übersetzungsqualität finde ich gegenüber den grossen Modellen, so von Anthropic Claude, OpenAI, also ChatGPT und diese Sachen, und auch Gemini von Google.
00:03:53: Martin Steiger: Finde ich die nicht so toll. Also gerade auf Englisch tönt es dann häufig so ein wenig Denglisch.
00:03:56: Martin Steiger: Also es ist zwar Englisch, aber man erkennt sehr gut die deutsche Herkunft. Ich glaube, die haben ihren Zenit überschritten.
00:04:01: Andreas Von Gunten: Den Eindruck habe ich auch, und was in dem Zusammenhang aber noch interessant ist, glaube ich auch, dass die Leute vielleicht jedes Mal, wenn so etwas passiert, auch wieder sich klar werden müssen.
00:04:02: Andreas Von Gunten: Dass eigentlich die allermeisten Services, oder sagen wir mal sehr viele, ich tue jetzt ein wenig übertreiben, aber sehr viele Services in der Schweiz und in Europa letztendlich auf einer der grossen amerikanischen Hyperscaler-Cloud-Plattformen betrieben werden.
00:04:05: Andreas Von Gunten: Entweder Amazon Web Services, Google Cloud oder Microsoft Azure. Das ist einfach die Realität.
00:04:08: Andreas Von Gunten: Und oft wird etwas verkauft als besonders europäisch, und wenn man genauer hinschaut, ist es eben nicht the Fall.
00:04:11: Andreas Von Gunten: Zum Beispiel Swisscom mit ihrer AI-Plattform, wo sie Claude nutzen in einem Bedrock-System von AWS.
00:04:14: Andreas Von Gunten: Das ist einfach nicht, es ist nicht schweizerisch, Punkt. Man muss einfach nicht etwas anderes behaupten.
00:04:17: Andreas Von Gunten: Und es ist auch nicht europäisch, man hat eine amerikanische Firma, ob das jetzt in Frankfurt steht oder nicht.
00:04:20: Andreas Von Gunten: Ich persönlich finde es auch nicht so schlimm, das wollte ich schon sagen.
00:04:23: Andreas Von Gunten: Ich glaube einfach, man muss sich da nichts vormachen, und das ist zum Teil halt einfach ein wenig problematisch, und darum ist es gut, wenn so ein Fall mal wieder an die Öffentlichkeit gezerrt wird.
00:04:26: Martin Steiger: Vor allem ist es halt nicht die digitale Souveränität, die man aus guten Gründen auch anstrebt.
00:04:29: Martin Steiger: Wir haben auch Gründe, vor allem politische Gründe, dass man das eigentlich will.
00:04:32: Martin Steiger: Das zeigt vielleicht, dass auch so Vorzeigeunternehmen das nicht hinkriegen.
00:04:35: Martin Steiger: Und das ist auch gerade der nahtlose Übergang zum anderen, vielleicht Vorzeigeunternehmen, nämlich zu Proton.
00:04:38: Martin Steiger: Die haben so einen Zoom-Konkurrenten eingeführt, einen Videokonferenzdienst namens Proton Meet.
00:04:41: Martin Steiger: Wie immer sehr geschickt in der Kommunikation, auch der CEO selber, Andy Yen, hat da einen Blogbeitrag geschrieben.
00:04:44: Martin Steiger: Und da betont er eben auch, sie hätten das jetzt also gemacht, eben vor allem im Blick auf den US Cloud Act.
00:04:47: Martin Steiger: Auch eben, das sei ein Compliance-Problem etc. und bei ihnen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
00:04:50: Martin Steiger: Gespräche werden dort geschützt, wo es am meisten darauf ankommt.
00:04:53: Martin Steiger: Und wenn man das so ein wenig liest, dann fällt bei Proton auf, dass die Kommunikation so ein wenig überspezifisch ist.
00:04:56: Martin Steiger: Und das hat einen einfachen Grund, weil der Dienst massgeblich auf amerikanischer Infrastruktur basiert.
00:04:59: Martin Steiger: Und das ist vielleicht ein wenig speziell, vielleicht nicht überraschend, wenn man Proton schon seit Längerem ein wenig kritisch verfolgt.
00:05:02: Martin Steiger: Aber ja, und das basiert auf einem amerikanischen Dienst, der heisst LiveKit Cloud.
00:05:05: Martin Steiger: Der ist wohl sehr etabliert, sehr gut, also der wird von vielen Grossen genutzt, um so voice-basierte Kommunikation zu machen.
00:05:08: Martin Steiger: Aber es ist halt ironisch, eben LiveKit sitzt in den USA.
00:05:11: Martin Steiger: Die Unterauftragsverarbeiter sind dann DigitalOcean, Google und Oracle, auch in den USA.
00:05:14: Martin Steiger: Dann haben sie noch ein wenig Tracking darauf. LiveKit Cloud ist zum Teil auch selber verantwortlich, also nicht nur Auftragsverarbeiter.
00:05:17: Martin Steiger: Sondern sie machen mit den Daten, die sie sammeln, wirklich auch noch eigene Sachen.
00:05:22: Martin Steiger: Eigentlich sehr fragwürdig einerseits, auf der anderen Seite kann man natürlich fragen, wie schlimm es ist.
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