DAT405 Open-Access-Praxiskommentar zum neuen IDG im Kanton Zürich

Shownotes

Weblinks:

Neues IDG im Kanton Zürich:

Open-Access-Praxiskommentar zum neuen IDG:

Creative Commons (CC)-Lizenzen:

Arbeitsgruppe zum Urheberrecht (AGUR12):

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Über die «Datenschutz-Plaudereien»

Rechtsanwalt Martin Steiger und Andreas Von Gunten, Co-Gründer von Datenschutzpartner, plaudern über Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches rund um den Datenschutz und verwandte Themen.

Impressum: https://www.datenschutzpartner.ch/impressum/

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00:00:00: Sprecher: Willkommen bei den Datenschutz-Plaudereien.

00:00:04: Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches

00:00:07: rund um den Datenschutz und verwandte Themen.

00:00:13: Martin Steiger: Guten Tag, mein Name ist Martin Steiger.

00:00:16: Andreas von Gunten: Und mein Name ist Andreas von Gunten.

00:00:18: Martin Steiger: Andi, im Kanton Zürich tritt voraussichtlich Mitte 2027

00:00:23: das total revidierte Gesetz über die Information und den Datenschutz in Kraft,

00:00:27: das IDG. Das ist einerseits das kantonale Datenschutzgesetz,

00:00:30: das Behördentätigkeit betrifft im Kanton Zürich,

00:00:33: also die Verwaltung, könnte man sagen,

00:00:35: und diejenigen, die für die Verwaltung tätig sind.

00:00:37: Also auch Private können darunter fallen.

00:00:39: Und wenn es um die Information geht,

00:00:41: dann kann man da vor allem an das Öffentlichkeitsprinzip denken.

00:00:44: Das soll also Mitte 2027 in Kraft treten.

00:00:46: Und passend dazu hat jetzt Dominika Blonski,

00:00:49: Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, angekündigt,

00:00:52: dass sie gemeinsam mit anderen Anfang 2027

00:00:55: einen Praxiskommentar zum revidierten IDG veröffentlichen wird.

00:01:00: Sie macht das als Herausgeberin,

00:01:02: zusammen mit Nula Katharina Frey,

00:01:04: Professorin an der FernUni.

00:01:06: Und dann schreiben da, gemäss der Ankündigung,

00:01:09: ganz viele Leute aus der staatlichen Datenschutzszene mit.

00:01:13: Also gefühlt ein ganzes Team von Dominika Blonski schreibt da.

00:01:17: Und dann aber auch noch Bekannte, nehmen wir mal an,

00:01:19: zum Beispiel Philippe Glas,

00:01:21: der war mal Datenschutzbeauftragter in der Stadt Winterthur,

00:01:23: Beat Rudin, Datenschutzbeauftragter früher im Kanton Basel-Stadt,

00:01:27: oder auch das ganze Team der Datenschutzstelle der Stadt Zürich.

00:01:32: Also werden wir sehen, was kommt.

00:01:34: Es ist natürlich für die Behörden immer eine Möglichkeit,

00:01:36: den Ton vorzugeben.

00:01:38: Also mit so einem Praxiskommentar für ein neues Gesetz

00:01:40: setzen sie natürlich gleich die Praxis,

00:01:42: sagen sie, so erwarten wir die Umsetzung.

00:01:44: Also wenn Du davon abweichst, musst Du das gut begründen können.

00:01:47: Aber gut, wir werden den Inhalt sehen, das kommt sicher gut.

00:01:50: Jetzt ist es aber noch spannend, weil die Ankündigung umfasst hat,

00:01:53: dass das ein Open-Access-Praxiskommentar sein soll.

00:01:57: Und das Ganze soll über das Europa Institut der Universität Zürich erscheinen.

00:02:03: EIZ, beziehungsweise die haben so einen Publishing-Ableger.

00:02:08: Und Andi, ich weiss nicht, das wissen vielleicht nicht alle,

00:02:10: aber Andi, Du bist da Insider.

00:02:12: Du bist nicht nur schon seit Ewigkeiten sehr stark für den Open Access im Einsatz,

00:02:17: sondern Du hattest auch mit dem EIZ Publishing zu tun.

00:02:20: Andreas von Gunten: Ja, ich hatte nicht nur damit zu tun, ich würde sagen,

00:02:22: ich habe massgeblich dazu beigetragen, dass es das EIZ Publishing gibt.

00:02:26: Das war eine sehr lustige Geschichte.

00:02:28: Es gab einmal einen Vortrag, ein Podium, das das Europa Institut organisiert hat,

00:02:32: im Zusammenhang mit Urheberrecht.

00:02:34: Das war bei der AGUR12-Diskussion, damals noch, schon lange her.

00:02:39: Und dort bin ich mit dem Verlegerverband,

00:02:41: sind wir aneinander geraten an diesem Podium,

00:02:43: in aller Öffentlichkeit.

00:02:45: Und nach diesem Podium ist ein Mitarbeiter vom EIZ zu mir gekommen

00:02:49: und hat gesagt, das sei super interessant, was ich da erzählt habe,

00:02:51: auch wegen Open Access, das finden sie nämlich auch,

00:02:54: das sei nämlich wirklich super wichtig, und sie finden das auch so mühsam,

00:02:57: dass irgendwie alles in geschlossenen Systemen liegt und so weiter.

00:03:01: Und wir sollten doch mal miteinander reden.

00:03:02: Und dann haben wir das angeschaut und haben uns überlegt,

00:03:04: wie man das aufbauen kann.

00:03:06: Und dann haben wir gestartet mit einer ersten Publikation.

00:03:08: Mittlerweile sind es mehrere hundert Publikationen,

00:03:11: die unter dem Verlag EIZ Publishing veröffentlicht worden sind.

00:03:14: Wir haben in der Zeit mit meiner Firma im Verlag

00:03:17: die technische Plattform verfügbar gemacht,

00:03:19: dass man das speditiv technisch lösen konnte,

00:03:23: dass man aus einem Datenpool sowohl PDF für den Druck

00:03:26: wie auch elektronische Versionen, EPUB und so weiter machen konnte.

00:03:30: Es war der erste juristische Verlag,

00:03:32: der alles auf Open Access publiziert hat

00:03:34: und auch auf allen Plattformen publiziert hat.

00:03:36: Man konnte das auf Amazon haben, überall und auch online.

00:03:40: Und ja, das ist eigentlich ein riesiger Erfolg.

00:03:42: Ich muss sagen, die gehören zu den wichtigen Publishern in diesem Bereich.

00:03:46: Also sobald jemand Open Access publizieren will im juristischen Bereich,

00:03:49: kommt er eigentlich früher oder später zum EIZ.

00:03:52: Und es ist natürlich super, finde ich,

00:03:54: dass so eine Behörde letztendlich auch ihren Teil dazu beiträgt,

00:03:58: dass Open Access in diesem Bereich eine Rolle spielt.

00:04:00: Wir wissen beide, Du und ich,

00:04:02: dass das gerade im juristischen Bereich überhaupt nicht angesagt ist.

00:04:05: Und die klassischen Verlage sind alle noch massiv

00:04:08: am Kämpfen dafür, dass das nicht passiert,

00:04:10: dass das nicht so zum üblichen Vorgehen wird.

00:04:12: Aber gerade auch jetzt in dem Zeitalter von KI

00:04:15: zeigt sich immer mehr, dass das eigentlich der richtige Weg ist.

00:04:18: Es ist wirklich erfreulich, was es da gibt bei dem EIZ Publishing.

00:04:22: Also ich würde Euch allen empfehlen, das gerne mal anzuschauen.

00:04:24: Es ist wirklich eine riesige Sammlung von hochkarätigen Publikationen.

00:04:28: Man kann die dann wirklich direkt online abrufen,

00:04:31: also online direkt als PDF und EPUB.

00:04:33: Es gibt aber auch eine Printversion,

00:04:35: die man zu fairen Preisen im Handel kaufen kann.

00:04:37: Und bei Amazon ist es auch erhältlich.

00:04:39: Martin Steiger: Ich weiss gar nicht, Andi, ich habe das nie geschaut,

00:04:41: weil ich nicht mehr so der grosse Amazon-Kunde bin.

00:04:43: Ist das dann auch Print oder ist das dann auch Kindle?

00:04:46: Andreas von Gunten: Beides, Kindle und Print.

00:04:48: Kindle hat immer einen kleinen Betrag noch drin,

00:04:51: weil man Kindle nicht gratis machen konnte, lange Zeit.

00:04:54: Ich weiss nicht, ob es heute immer noch so ist.

00:04:56: Aber man konnte eigentlich auf Amazon

00:04:58: keine gratis Kindle-E-Books publizieren.

00:05:00: Da mussten wir einen kleinen Betrag verlangen.

00:05:02: Aber sonst ist es eigentlich auch dort kostenlos.

00:05:05: Es wird wirklich überall verfügbar gemacht

00:05:07: und man kann auf der Webseite das PDF herunterladen.

00:05:09: Es gibt auch mehrere Zeitschriften.

00:05:11: Es gibt eine europarechtliche Zeitschrift,

00:05:13: die auch so vertrieben wird.

00:05:15: Ja, es ist wirklich gut.

00:05:18: Martin Steiger: Definitiv, da ist viel drin.

00:05:20: Also gerne mal reinschauen.

00:05:22: Nochmals zurück zu dem Open-Access-Kommentar.

00:05:24: Da hat es für mich auch noch eine Bedeutung

00:05:26: vor dem Hintergrund,

00:05:28: dass ich Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich

00:05:30: in Zukunft auch zur Beauftragten

00:05:32: für das Öffentlichkeitsprinzip werde.

00:05:34: Also es kommt da auch so eine Schlichtungsfunktion dazu.

00:05:37: Heute ist es nur so eine Pro-forma-Funktion.

00:05:39: Bislang, zumindest ist Dominika Blonski mir nicht aufgefallen,

00:05:41: dass sie ein grosser Fan ist vom Öffentlichkeitsprinzip.

00:05:43: Aber vielleicht ist ja mit diesem

00:05:45: Open-Access-Kommentar das jetzt ein Anfang.

00:05:47: Das wäre erfreulich.

00:05:49: Weil es ist natürlich schwierig, wenn Du Dich

00:05:51: nach meinem Verständnis ganz offiziell

00:05:53: in Deiner Funktion für das Öffentlichkeitsprinzip einsetzt

00:05:55: und bei den eigenen Publikationen

00:05:57: machst Du das dann nicht.

00:05:59: Ich muss aber auch sagen,

00:06:01: ich finde es schon mal lässig, dass es so kommt.

00:06:03: Das ist sicher ein grosser Fortschritt.

00:06:05: Aber unabhängig davon, was wir natürlich

00:06:07: auch hier noch nicht umgesetzt haben,

00:06:09: auch bei EIZ Publishing aus meiner Sicht,

00:06:11: ist der Grundsatz Public Money, Public Content.

00:06:13: Also dahinter steckt die Idee,

00:06:15: dass wenn jemand ganz oder teilweise

00:06:17: öffentlich finanzierten Inhalt produziert,

00:06:19: also zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen

00:06:21: an einer Universität,

00:06:23: die in der Schweiz ja eigentlich immer öffentlich finanziert sind,

00:06:25: oder auch Magistratentätigkeit,

00:06:27: Behördentätigkeit,

00:06:29: dann soll die Bevölkerung, die über die Steuern schon dafür gezahlt hat,

00:06:31: nicht nochmals dafür zahlen müssen.

00:06:33: Also nicht noch Publikationen hinter der Paywall kaufen müssen.

00:06:35: Und eben, bei EIZ

00:06:37: ist das schon recht gut umgesetzt.

00:06:39: Für mich ist aber der Wermutstropfen,

00:06:41: dass man eine Creative-Commons-Lizenz verwendet,

00:06:43: die aber sehr restriktiv ist.

00:06:45: Nämlich NC-ND,

00:06:47: glaube ich, standardmässig.

00:06:49: Andi, ich weiss nicht genau, wie viel Einfluss

00:06:51: die Autorinnen und Autoren hier haben,

00:06:53: aber mir fällt häufig auf bei den Publikationen,

00:06:55: dass es NC-ND ist.

00:06:57: Und das schränkt natürlich die Nutzung erheblich ein.

00:06:59: Also es ist Open Access,

00:07:01: ganz klar aus meiner Sicht,

00:07:03: aber es dürfte noch freier sein.

00:07:05: Andreas von Gunten: Absolut, da sprichst Du mir aus dem Herzen.

00:07:07: Das ist das, wofür ich von Anfang an

00:07:09: immer wieder appelliere.

00:07:11: Beim EIZ ist man auch der Meinung.

00:07:13: Also das ist generell

00:07:15: das Problem vom deutschsprachigen Raum,

00:07:17: habe ich den Eindruck.

00:07:19: Wir setzen Creative-Commons-Lizenzen, wenn wir sie einsetzen,

00:07:21: sehr oft restriktiv ein.

00:07:23: Im deutschsprachigen Raum haben die Leute das Gefühl,

00:07:25: ich kann mir zwar vorstellen,

00:07:27: dass es die Möglichkeit gibt, eine Kopie zu ziehen,

00:07:29: aber auf keinen Fall,

00:07:31: das ist das Erste, was die meisten Leute bei uns haben,

00:07:33: darf irgendjemand auch nur einen Rappen

00:07:35: damit verdienen, ohne dass ich

00:07:37: da involviert wäre.

00:07:39: Das ist das erste Problem, darum machen alle NC,

00:07:41: in meinen Augen völlig falsch.

00:07:43: Das zweite Problem ist, sie haben alle Angst davor,

00:07:45: dass man irgendetwas verändern könnte,

00:07:47: was nicht in ihrem Sinn wäre.

00:07:49: Wir versuchen, das den Autoren

00:07:51: immer wieder klarzumachen, dass das ein Fehler ist

00:07:53: und es besser wäre, wenn man es anders machen würde.

00:07:55: Es ist ja so, dass die Bücher oft so gemacht sind,

00:07:57: dass das Buch als Ganzes,

00:07:59: es hat zwar NC-ND, aber die Texte

00:08:01: sind nachher rein BY-SA.

00:08:03: Das heisst, man darf eigentlich ein einzelnes

00:08:05: Kapitel nehmen, verändern usw.,

00:08:07: man darf einfach nicht das ganze PDF nehmen

00:08:09: und das nachher in einem Buchladen verkaufen.

00:08:11: Ich muss Dir ehrlich sagen,

00:08:13: das finden die Leute immer etwas schräg bei mir,

00:08:15: aber ich hätte selbst damit kein Problem.

00:08:17: Ich sage mir, wenn einer

00:08:19: ein Werk von mir verkaufen kann,

00:08:21: wenn er das schafft,

00:08:23: dann ist das gut, dann weiss ich,

00:08:25: dass ich das auch können müsste.

00:08:27: Es ist eigentlich nur gut.

00:08:29: Wenn es jemand schafft, ja super,

00:08:31: dann kann ich das auch probieren.

00:08:33: Aber das ist in der Schweiz und in Deutschland

00:08:35: eigentlich undenkbar und es ist wirklich ein Problem

00:08:37: der Autorinnen, die in der Regel nicht wollen,

00:08:39: dass man das so offen rausgibt.

00:08:41: Ich bin für CC0, wie Du weisst.

00:08:43: Martin Steiger: Andi, jetzt müssen wir zum Schluss noch ein paar

00:08:45: Abkürzungen aufdröseln. Ich mache mal einen Anfang.

00:08:47: Du hast AGUR12 verwendet.

00:08:49: Das war die Arbeitsgruppe

00:08:51: zur Revision des Urheberrechts

00:08:53: aus dem Jahr 2012. Damals noch

00:08:55: mit der Bundesrätin Sommaruga.

00:08:57: Man weiss das heute nicht mehr so, aber damals

00:08:59: war in der Schweiz die Angst ganz gross

00:09:01: vor so einer Internetpiraterie,

00:09:03: auch unter dem Druck der Amerikaner.

00:09:05: Wir haben nicht erst das aktuelle Problem

00:09:07: mit den Amerikanern, schon vor Trump

00:09:09: hat man so eine Arbeitsgruppe eingesetzt,

00:09:11: die beim Institut für Geistiges Eigentum,

00:09:13: beim IGE, hinter verschlossenen Türen

00:09:15: im Geheimen getagt hat.

00:09:17: Ich hoffe, das macht man heute nicht mehr so.

00:09:19: Wir konnten gar nicht alle mitmachen.

00:09:21: Das war eine Insidergruppe,

00:09:23: begleitet von Beamtinnen und Beamten

00:09:25: vom IGE.

00:09:27: So eine Arbeitsgruppe kann man nachlesen.

00:09:29: Und dann CC: Creative Commons.

00:09:31: Das ist ein Lizenzsystem.

00:09:33: Es kommt aus den USA.

00:09:35: Es gibt aber einen schweizerischen Ableger.

00:09:37: Dort bin ich heute im entsprechenden Verein aktiv.

00:09:39: Das sind Standard-Lizenzbausteine,

00:09:41: die man zusammenstellen kann für

00:09:43: mehr oder weniger freie Lizenzen.

00:09:45: Es ist vor allem für Text geeignet.

00:09:47: Wikipedia verwendet das auch.

00:09:49: Daneben gibt es Bausteine.

00:09:51: SA, ShareAlike.

00:09:53: Man muss immer nennen,

00:09:55: wer die Urheberin

00:09:57: oder der Urheber ist. Das gehört immer

00:09:59: zur Quellenangabe.

00:10:01: Die Idealvariante ist,

00:10:03: die freie Lizenz muss frei bleiben.

00:10:05: NC, non-commercial.

00:10:07: Das ist verheerend,

00:10:09: nicht kommerziell.

00:10:11: Es weiss niemand, was es bedeutet.

00:10:13: Du kannst es fast nicht anfassen,

00:10:15: hast sofort ein Problem.

00:10:17: ND, keine Derivate.

00:10:19: Du darfst es nicht verändern.

00:10:21: Du darfst nichts Neues daraus machen.

00:10:23: Kein Remix usw.

00:10:25: Du bist sofort eingesperrt.

00:10:27: Andi, habe ich das halbwegs verständlich

00:10:29: zusammengestellt?

00:10:31: Du hast es sehr verständlich zusammengestellt.

00:10:33: Ich gehe davon aus, dass unsere Hörer,

00:10:35: die jetzt alle zu Creative Commons

00:10:37: rennen und versuchen herauszufinden,

00:10:39: wie das geht.

00:10:41: Du hast es sehr gut erklärt.

00:10:43: Das ist eine Möglichkeit,

00:10:45: seine eigenen Texte freizugeben,

00:10:47: ohne dass man darauf verzichtet,

00:10:49: als Autor genannt zu werden.

00:10:51: In der Realität des Digitalen

00:10:53: ist das in der Regel der richtige Weg.

00:10:55: Alles andere ist kreuzfalsch.

00:10:57: Die Vorstellung,

00:10:59: dass man dank dem Urheberrecht

00:11:01: irgendwelche monetären Vorteile

00:11:03: sich holen kann, weil man das nicht macht,

00:11:05: ist falsch.

00:11:07: Man kann das ja trotzdem noch bei ProLitteris anmelden,

00:11:09: wenn man es online publiziert.

00:11:11: Man kann trotzdem den Ticker laufen lassen.

00:11:13: Aber letztendlich

00:11:15: ist es die beste Art, einen Text

00:11:17: herauszugeben, der verwendet und gesehen werden kann.

00:11:19: Das ist der Grund, warum EIZ Publishing

00:11:21: immer mehr Erfolg hat.

00:11:23: Vor allem bei jungen Juristinnen und Juristen.

00:11:25: Die wollen, dass ihr Zeug gelesen wird.

00:11:27: Wenn Du es irgendwo bei einem Verlag

00:11:29: publizierst, dann liest es einfach niemand.

00:11:31: Das sieht einfach niemand.

00:11:33: Ausser Du hast es in Swisslex.

00:11:35: Aber das wird immer schwieriger.

00:11:37: Wenn Du gelesen werden willst,

00:11:39: dann hast Du wenigstens die Chance erhöht.

00:11:43: Es ist auch das wissenschaftliche Prinzip,

00:11:45: dass es zugänglich ist.

00:11:47: Und nicht hinter einer Paywall,

00:11:49: die immer teurer wird,

00:11:51: oder bei einem Verlagsportal.

00:11:53: Es ist wirklich brutal,

00:11:55: weil der Zugang so teuer ist.

00:11:57: Auch die Hürde.

00:11:59: Die Hürde ist anstrengend.

00:12:01: Der Newsletter hat schon lange

00:12:03: die Zahlen nicht mehr veröffentlicht.

00:12:05: Früher war das verheerend.

00:12:07: Der Newsletter

00:12:09: ist ein E-Mail-Newsletter,

00:12:11: der wöchentlich erscheint.

00:12:13: Und pro Empfängerin und Empfänger

00:12:15: gab es nicht mal einen Klick pro Monat.

00:12:17: Also verheerend.

00:12:19: Leute, die schlau sind,

00:12:21: stellen ihren Inhalt ins Netz.

00:12:23: Jetzt haben wir ein Problem im KI-Zeitalter.

00:12:25: Vielleicht sind Webseiten und PDFs,

00:12:27: die man veröffentlicht, nicht mehr so wichtig.

00:12:29: Aber es fliesst in die Modelle ein.

00:12:31: Andi, ich weiss nicht,

00:12:33: das wäre noch ein Projekt bei EIZ Publishing.

00:12:35: Man könnte es für die KI erschliessen

00:12:37: und muss nicht einfach selber

00:12:39: einen Crawler bauen.

00:12:41: Natürlich, das muss auch passieren.

00:12:43: Ich bin überzeugt davon,

00:12:45: dass das MCP der Schlüssel für die Verleger ist.

00:12:47: Egal wo, ob sie Paywall machen wollen

00:12:49: oder nicht, das ist der Weg.

00:12:51: Das muss angeboten werden.

00:12:53: Ich habe viele KI-Kurse

00:12:55: in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät gegeben.

00:12:57: Dort wurde ich immer wieder

00:12:59: mit demselben Thema konfrontiert.

00:13:01: Wie kommen wir an die juristische Literatur heran,

00:13:03: die KI-Systeme nutzen?

00:13:05: Im Moment kann man nur einen

00:13:07: zusätzlichen Anbieter nehmen,

00:13:09: der vielleicht einen Deal mit einem

00:13:11: der grossen Verlage hat.

00:13:13: In Deutschland ist es noch krasser als bei uns.

00:13:15: Dort gibt es einen Verlag, der alles besitzt.

00:13:17: Das ist einfach eine Schwierigkeit.

00:13:19: Das hat sich gerade wieder gezeigt.

00:13:21: Mit Open-Access kommt das Zeug

00:13:23: in diese Maschine.

00:13:25: Das ist bei EIZ definitiv ein Thema,

00:13:27: dass man da via MCP etwas anbieten kann.

00:13:29: Das wird auch bei anderen kommen.

00:13:31: Ich bin überzeugt, dass die Zeiten

00:13:33: dieser geschlossenen Systeme vorbei sind.

00:13:35: Im Moment kämpfen sie noch mit Händen und Füssen

00:13:37: wegen des Zweitveröffentlichungsrechts,

00:13:39: das in der Diskussion mit der

00:13:41: Urheberrechtsrevision steht.

00:13:43: Die Verlage wollen wieder alles daransetzen,

00:13:45: zu verhindern, dass die Urheberinnen und Urheber diese Texte

00:13:47: nachdem sie publiziert sind, noch einmal verwenden.

00:13:49: Auch das wird ein Thema sein, das wir noch anschauen können.

00:13:51: Aber es ist wirklich im Moment so,

00:13:53: dass wir einen Kampf haben

00:13:55: zwischen der alten Welt und der neuen Welt.

00:13:57: Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

00:13:59: Fazit für mich, Andi.

00:14:01: Wer als Juristin oder Jurist

00:14:03: mit der eigenen Publikation gelesen werden will,

00:14:05: da steckt meistens sehr viel Aufwand dahinter.

00:14:07: Auch bei EIZ sieht man

00:14:09: ganz viele tolle Publikationen.

00:14:11: Aber wer gelesen werden will,

00:14:13: veröffentlicht Open Access.

00:14:15: Man kann das PDF auf die eigene Website stellen

00:14:17: oder wie man veröffentlicht; es gibt verschiedene Möglichkeiten.

00:14:19: Aber man nutzt Open Access.

00:14:21: Wenn man ehrlich ist, hinter diesen Paywalls,

00:14:23: auch bei diesen Zeitschriften,

00:14:25: wo man das jämmerliche Phänomen

00:14:27: auf LinkedIn sieht:

00:14:29: Wenn wieder die neue AJP herauskommt,

00:14:31: dann sagen die Autorinnen und Autoren:

00:14:33: «Ich habe in der AJP geschrieben», dann veröffentlichen sie die erste Seite.

00:14:35: Mehr aber nicht, der Rest ist hinter den Paywalls.

00:14:37: Dann sechs Monate später

00:14:39: dürfen sie im 1:1-PDF-Layout

00:14:41: ihren Artikel endlich veröffentlichen,

00:14:43: der schon längst nicht mehr aktuell ist.

00:14:45: Entschuldigung, ich weiss,

00:14:47: es gibt Leute, die brauchen das,

00:14:49: dass sie in so einer Zeitschrift sind.

00:14:51: Oder Du bist an einem Lehrstuhl,

00:14:53: da gibt es zum Teil Vorschriften,

00:14:55: und in der Karriere gibt es entsprechende Vorgaben.

00:14:57: Aber die, die Freiheit haben

00:14:59: und gelesen werden wollen,

00:15:01: das ist logisch.

00:15:03: Den eigenen Inhalt frei verteilen.

00:15:05: Es passiert nichts Schlechtes,

00:15:07: man kann nur gewinnen.

00:15:11: Sprecher: Haben Dir die Datenschutz-Plaudereien gefallen?

00:15:15: Wir freuen uns über Deine Bewertung,

00:15:17: Deinen Kommentar oder Deine Rückmeldung.

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