DAT401 Was sagt SEPPmail zu den Sicherheitslücken? (Matthias Leisi)
Shownotes
- Vorgeschichte: DAT400 SEPPmail mit schwerwiegenden Sicherheitslücken
Weblinks:
SEPPmail mit angeblich «100 % sicherer Kommunikation»:
- SEPPmail
- Matthias Leisi (LinkedIn)
- «Produkte», «Technologie» und «Über Uns» (SEPPmail)
- LEA und SEPPmail schließen strategische Partnerschaft für eine europäische Email-Security-Plattform (LEA Partners)
- Pretty Good Privacy (PGP), OpenPGP und S/MIME (Deutschsprachige Wikipedia)
Schwerwiegende Sicherheitslücken bei SEPPmail:
- Breaking SEPPmail: A Case Study of Email Encryption in the Wild (Andris Suter-Dörig, ETH Zürich)
- CVEs für SEPPmail (CVE)
- «Extended Patchnotes» (SEPPmail)
- «Aktuelle Sicherheitslücken / Exploits» (SEPPmail)
- National Cybersecurity Centre (NCSC) (Bundesamt für Cybersicherheit, BACS)
- Dario Weiss (LinkedIn)
- InfoGuard mit SEPPmail als Partner
- Drohte Riesen-Hack in der halben Schweiz? (Inside Paradeplatz)
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Über die «Datenschutz-Plaudereien»
Rechtsanwalt Martin Steiger und Andreas Von Gunten, Co-Gründer von Datenschutzpartner, plaudern über Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches rund um den Datenschutz und verwandte Themen.
Impressum: https://www.datenschutzpartner.ch/impressum/
Transkript anzeigen
00:00:01: Sprecher: Willkommen bei den Datenschutz-Plaudereien.
00:00:04: Sprecher: Aktuelles, Bemerkenswertes und Persönliches rund um den Datenschutz und verwandte Themen.
00:00:14: Martin Steiger: Guten Tag, mein Name ist Martin Steiger.
00:00:16: Martin Steiger: In den heutigen Datenschutz-Plaudereien nehmen wir ein Thema nochmals auf,
00:00:19: Martin Steiger: worüber wir gerade gesprochen haben, nämlich über SEPPmail.
00:00:24: Martin Steiger: Dort haben wir über Sicherheitslücken geredet.
00:00:26: Martin Steiger: Ich habe auch von einem Totalschaden geredet im Zusammenhang mit diesen Sicherheitslücken.
00:00:30: Martin Steiger: Umso mehr freut mich, dass ich heute in den Datenschutz-Plaudereien Matthias Leisi begrüssen darf.
00:00:36: Martin Steiger: Er ist Chief Technology Officer, CTO von SEPPmail.
00:00:40: Martin Steiger: Und ich bin sicher, wir erfahren heute noch viele spannende Sachen im Zusammenhang mit diesen Sicherheitslücken, aber vielleicht auch darüber hinaus.
00:00:46: Martin Steiger: Herzlich willkommen, Matthias, schön bist Du dabei.
00:00:49: Martin Steiger: Ich bin wirklich neugierig, was Du uns heute zu erzählen hast.
00:00:52: Matthias Leisi: Danke, dass ich die Chance habe, bei Dir als Gast zu sein, Martin.
00:00:54: Matthias Leisi: Matthias Leisi,
00:00:56: Matthias Leisi: ich bin CTO von SEPPmail, wie Martin
00:00:59: Matthias Leisi: gesagt hat. Ich bin jetzt seit fünf Jahren
00:01:01: Matthias Leisi: in dieser Rolle drin, verantworte
00:01:03: Matthias Leisi: einerseits unser Cloud-Produkt,
00:01:05: Matthias Leisi: was auch SEPPmail-Appliance-
00:01:08: Matthias Leisi: Hosting und so weiter beinhaltet,
00:01:10: Matthias Leisi: und auch die Entwicklung der Appliance
00:01:12: Matthias Leisi: an sich als unserem Kernprodukt.
00:01:14: Matthias Leisi: Ich komme seit vielen Jahren
00:01:17: Matthias Leisi: aus der Security-Branche
00:01:18: Matthias Leisi: und das Wichtige ist, finde ich, dass wir
00:01:22: Matthias Leisi: heute über SEPPmail
00:01:23: Matthias Leisi: so transparent
00:01:25: Matthias Leisi: kommunizieren können, wie wir es mit unseren Kunden und
00:01:26: Matthias Leisi: unseren Partnern machen.
00:01:29: Matthias Leisi: Danke für die Chance,
00:01:30: Matthias Leisi: Martin, dass wir da sein dürfen.
00:01:32: Martin Steiger: Danke Dir, Matthias. Ich weiss, dass ich es sehr
00:01:33: Martin Steiger: schätze, dass Du Dir Zeit nimmst.
00:01:36: Martin Steiger: Vielleicht starten wir mal damit,
00:01:38: Martin Steiger: gar nicht beim Sicherheitsthema
00:01:40: Martin Steiger: per se, sondern ich gehe davon aus,
00:01:42: Martin Steiger: wir haben zwar eben schon in den
00:01:43: Martin Steiger: Datenschutz-Plaudereien über SEPPmail gesprochen,
00:01:45: Martin Steiger: wir haben unsere Shownotes, wo auch vieles verlinkt war,
00:01:47: Martin Steiger: ich vermute jetzt aber, das haben noch nicht alle gelesen.
00:01:49: Martin Steiger: Von daher wäre das doch ein guter
00:01:51: Martin Steiger: Einstieg, wenn Du uns mal aus erster Hand
00:01:53: Martin Steiger: sagen kannst: Was machen die eigentlich?
00:01:55: Martin Steiger: Wer sind Eure Kundinnen und Kunden?
00:01:57: Martin Steiger: Wie viele Leute sind da in Berührung
00:01:59: Martin Steiger: mit SEPPmail so im Alltag?
00:02:01: Martin Steiger: All diese Sachen. Matthias Leisi: Genau,
00:02:03: Matthias Leisi: da könnte ich natürlich jetzt stundenlang darüber erzählen, aber
00:02:05: Matthias Leisi: ich versuche es kurz zu machen. Wie
00:02:07: Matthias Leisi: wir im letzten Podcast gesagt haben, das erste
00:02:09: Matthias Leisi: P in SEPPmail steht für PGP
00:02:11: Matthias Leisi: und da kommen wir tatsächlich ursprünglich her.
00:02:13: Matthias Leisi: Die erste Software
00:02:15: Matthias Leisi: von SEPPmail ist nämlich für Anwälte gebaut
00:02:17: Matthias Leisi: worden und man hat da gemerkt,
00:02:19: Matthias Leisi: dass man im Sekretariat von einer Anwalts-
00:02:21: Matthias Leisi: Kanzlei vielleicht noch jemandem beibringen kann, wie PGP
00:02:23: Matthias Leisi: funktioniert. Aber bei den Anwälten
00:02:25: Matthias Leisi: hat man gemerkt, da wird man scheitern.
00:02:27: Matthias Leisi: Und dann ist der Wunsch gekommen, eine Software
00:02:29: Matthias Leisi: zu haben, eine Lösung, die das Ganze verpackt
00:02:31: Matthias Leisi: und eben nicht auf dem Client macht, sondern
00:02:33: Matthias Leisi: dann als Server
00:02:35: Matthias Leisi: die PGP-Funktionen
00:02:37: Matthias Leisi: abpackt. Aber das ist jetzt
00:02:40: Matthias Leisi: 25 Jahre her und
00:02:41: Matthias Leisi: seither ist einiges gegangen.
00:02:43: Matthias Leisi: PGP ist heute immer noch tatsächlich
00:02:45: Matthias Leisi: etwas, was im Einsatz ist, auch wenn es
00:02:47: Matthias Leisi: vielleicht nicht mehr ganz state of the art ist
00:02:49: Matthias Leisi: im Client, aber es gibt gewisse Branchen
00:02:51: Matthias Leisi: zum Beispiel, wo es weiterhin sehr relevant ist.
00:02:53: Matthias Leisi: Aber heute ist natürlich nicht mehr so sehr
00:02:55: Matthias Leisi: PGP im Vordergrund, sondern mehr
00:02:57: Matthias Leisi: die Verschlüsselung über S/MIME, also mit
00:02:59: Matthias Leisi: Zertifikaten und privaten und
00:03:01: Matthias Leisi: öffentlichen Schlüsseln.
00:03:03: Matthias Leisi: Das mal zu uns selber als Firma. Wir sind
00:03:05: Matthias Leisi: etwa 40 Leute, oder nicht ganz,
00:03:07: Matthias Leisi: aber gegen 40 Leute. Wir haben
00:03:09: Matthias Leisi: zwei Hauptstandorte. Der eine
00:03:11: Matthias Leisi: ist in Leipzig in Deutschland und der andere
00:03:13: Matthias Leisi: in Neuenhof im Kanton Aargau,
00:03:15: Matthias Leisi: mit Sicht auf die Limmat, hinunter durchs Tal.
00:03:17: Matthias Leisi: In beiden Ländern haben wir Entwickler.
00:03:19: Matthias Leisi: In Leipzig ein bisschen mehr
00:03:21: Matthias Leisi: auf der Appliance-Seite, also Kern
00:03:23: Matthias Leisi: der Applikation.
00:03:25: Matthias Leisi: Und in der Schweiz ein bisschen mehr auf der Cloud-Seite,
00:03:27: Matthias Leisi: aber eigentlich überall
00:03:29: Matthias Leisi: sind wir vertreten. Auch Support,
00:03:31: Matthias Leisi: das ist ein bisschen mehr in Deutschland.
00:03:33: Matthias Leisi: Sales-Seitig sind wir in Österreich,
00:03:35: Matthias Leisi: in Deutschland und in der Schweiz vertreten.
00:03:37: Matthias Leisi: Ganz, ganz wenig ausserhalb vom DACH-Raum.
00:03:39: Matthias Leisi: Aber wir sind ganz klar, sagen wir,
00:03:41: Matthias Leisi: eine deutsch-schweizerische Firma.
00:03:43: Matthias Leisi: Und ja, darum ist auf der Webseite
00:03:45: Matthias Leisi: für die einen mehr das Deutsche im Vordergrund
00:03:47: Matthias Leisi: und für die Schweiz auch mehr der Schweizer Aspekt.
00:03:49: Matthias Leisi: Aber wir sind auch transparent, das ist
00:03:51: Matthias Leisi: eine Firma mit zwei Standorten, die wir dort haben.
00:03:55: Matthias Leisi: Wer nutzt eigentlich SEPPmail oder was macht eigentlich SEPPmail?
00:03:57: Matthias Leisi: Man kennt SEPPmail eigentlich immer unter dem Titel der E-Mail-Verschlüsselung.
00:04:02: Matthias Leisi: Und ja, das ist ein wichtiges Element.
00:04:04: Matthias Leisi: Aber fast noch wichtiger im Alltag ist eigentlich die digitale Signatur von E-Mails.
00:04:09: Matthias Leisi: Also wir sagen, jedes Mail, das ein Unternehmen verlässt, sollte eigentlich digital signiert sein.
00:04:15: Matthias Leisi: Verschlüsselung ist natürlich auch wichtig, aber anteilsmässig,
00:04:19: Matthias Leisi: wie viele Mails tatsächlich verschlüsselt werden.
00:04:21: Matthias Leisi: Das ist eigentlich so ganz, ganz wenig.
00:04:23: Matthias Leisi: Aber signieren sollte man eigentlich alle Mails, die rausgehen,
00:04:26: Matthias Leisi: um nachher zu wissen, es ist tatsächlich von diesem Absender gekommen.
00:04:30: Matthias Leisi: Und warum machen wir immer noch E-Mail?
00:04:33: Matthias Leisi: Das ist ja auch immer so eine Frage.
00:04:33: Matthias Leisi: Du hast auch gefragt, wie wichtig ist E-Mail eigentlich noch?
00:04:37: Matthias Leisi: E-Mail ist als Träger oder als Transport für Informationen,
00:04:40: Matthias Leisi: wird es tendenziell unwichtiger, weil man hat Messenger hier und Messenger dort
00:04:44: Matthias Leisi: und Plattformen links und rechts.
00:04:46: Matthias Leisi: Aber der Träger von der Identität bei eigentlich fast allen Online-Plattformen,
00:04:51: Matthias Leisi: wo man sich irgendwie registriert, ist immer noch eine E-Mail-Adresse.
00:04:54: Matthias Leisi: Und darum sagen wir, das Absichern von der Identität durch die digitale Signatur
00:04:59: Matthias Leisi: ist ein ganz, ganz wesentliches Element vom Ganzen.
00:05:02: Matthias Leisi: Also man kann so ein bisschen plakativ sagen,
00:05:04: Matthias Leisi: «They come for the encryption, they stay for the digital signature.»
00:05:07: Matthias Leisi: So als Schlagwort, wie wir mit den Kunden tun.
00:05:11: Matthias Leisi: Und das versuchen wir natürlich auch zu positionieren.
00:05:13: Matthias Leisi: Wer sind eigentlich unsere Kunden?
00:05:15: Matthias Leisi: Das war ein guter Punkt, den wir im letzten Podcast aufgebracht haben.
00:05:19: Matthias Leisi: Es gibt bei uns keine Möglichkeit, als End-User sich einfach so registrieren und dann das Ganze zu nutzen.
00:05:25: Matthias Leisi: Also wir sind ganz explizit nur im Business-to-Business-Teil.
00:05:28: Matthias Leisi: Wir sind unterwegs, wir haben keine Endkunden.
00:05:31: Matthias Leisi: Wenn man eine Bluewin- oder eine Gmail- oder eine GMX-Mail-Adresse hat, kann man uns leider nicht nutzen.
00:05:36: Matthias Leisi: Also wenn die Arbeitgeber uns einsetzen würden, natürlich schon, aber das ist natürlich ein bisschen ein anderer Schuh.
00:05:41: Matthias Leisi: Also unsere Kunden sind Firmen, es sind Kleinfirmen, immer noch Anwaltskanzleien mit zwei, drei Nasen, die dort arbeiten.
00:05:49: Matthias Leisi: Es sind Firmen mit über 10'000 Mitarbeitern, die uns einsetzen.
00:05:52: Matthias Leisi: Also wir haben etwa 13'000 Domains, die in der sogenannten SEPPmail Domain Encryption drin sind.
00:05:58: Matthias Leisi: Das sind alle Domains, die sich untereinander kennen und sowieso miteinander verschlüsseln, vor allem im DACH-Raum.
00:06:04: Matthias Leisi: quer durch alle Branchen
00:06:05: Matthias Leisi: durch. Schon ein bisschen mehr
00:06:07: Matthias Leisi: auf recht
00:06:10: Matthias Leisi: finanzregulierte Branchen,
00:06:11: Matthias Leisi: aber auch in einzelnen
00:06:13: Matthias Leisi: Industrien, wo eben Mailverschlüsselung
00:06:15: Matthias Leisi: entweder von den Lieferanten oder von den Kunden
00:06:17: Matthias Leisi: gefordert wird. Also auch die Automobilbranche
00:06:19: Matthias Leisi: setzt zum Beispiel sehr stark Mailverschlüsselung ein.
00:06:21: Matthias Leisi: Und in diesen Branchen sind wir natürlich
00:06:23: Matthias Leisi: sehr aktiv. Martin Steiger: Matthias,
00:06:25: Martin Steiger: Du hast jetzt so wie beide Standorte erwähnt.
00:06:28: Martin Steiger: Führt das auch dazu, dass
00:06:29: Martin Steiger: Ihr einerseits Swiss-Made Software
00:06:31: Martin Steiger: seid mit dem Label auf der Homepage,
00:06:33: Martin Steiger: aber andererseits eben auch zu Recht sagen:
00:06:35: Martin Steiger: IT-Security made in Germany.
00:06:37: Martin Steiger: Also wie so ein Deutsch-Schweizer Zwilling?
00:06:40: Matthias Leisi: Zwilling trifft es eigentlich recht gut.
00:06:42: Matthias Leisi: Natürlich haben wir so ein bisschen unterschiedliche Schwerpunkte,
00:06:44: Matthias Leisi: wer wo ist.
00:06:45: Matthias Leisi: Aber ja, also es ist ganz klar,
00:06:47: Matthias Leisi: wir haben Entwickler an beiden Standorten.
00:06:49: Matthias Leisi: Wir beschäftigen bewusst nicht irgendwo in Fernost
00:06:53: Matthias Leisi: irgendwelche Entwicklungsteams,
00:06:56: Matthias Leisi: sondern uns ist wichtig,
00:06:58: Matthias Leisi: wir brauchen Nähe zu den Kunden
00:07:00: Matthias Leisi: und das zieht sich bis zur Entwicklung durch.
00:07:02: Matthias Leisi: Wenn wir Softwareentwickler haben, die den Kontext nicht verstehen,
00:07:05: Matthias Leisi: der kulturelle, der technische, der Kundenkontext,
00:07:08: Matthias Leisi: dann macht es das wahnsinnig viel schwieriger.
00:07:10: Matthias Leisi: Darum sagen wir ganz bewusst, wir entwickeln lokal.
00:07:13: Matthias Leisi: Und das heisst halt Schweiz, Deutschland.
00:07:16: Matthias Leisi: Wir haben sogar noch den eigenen Sales in Österreich,
00:07:18: Matthias Leisi: die auch die PowerShell-Module macht.
00:07:22: Matthias Leisi: Also wir sind sehr stark lokal verankert.
00:07:25: Martin Steiger: Dann kommen wir doch auf das eigentliche Thema,
00:07:27: Martin Steiger: nämlich die Sicherheitslücken.
00:07:30: Martin Steiger: Ich gehe davon aus, man hat die Episode gehört, wo Andreas Von Gunten und ich über das Thema gesprochen haben.
00:07:36: Martin Steiger: Aus meiner Sicht ist der Hintergrund eigentlich, ein bisschen von aussen angeschaut, auch bei den sogenannten CVEs.
00:07:41: Martin Steiger: Einerseits gibt es einen Masterstudenten an der ETH Zürich im bekannten Team von Kenny Paterson,
00:07:48: Martin Steiger: Matteo Scarlata, die viel in dem Sicherheitsbereich machen.
00:07:51: Martin Steiger: Vielleicht zuletzt sind sie in der Öffentlichkeit bekannt worden, wo sie einen Passwortmanager unter die Lupe genommen haben.
00:07:57: Martin Steiger: Dort waren die Ergebnisse zum Teil relativ spektakulär.
00:08:00: Martin Steiger: Also dort gibt es eine Masterarbeit.
00:08:03: Martin Steiger: Wenn ich es richtig verstehe, ist es ursprünglich darum gegangen,
00:08:05: Martin Steiger: Eure Kryptografie anzuschauen.
00:08:07: Martin Steiger: Und dann hat der Masterstudent dann Sicherheitslücken gefunden.
00:08:11: Martin Steiger: Das ist auch das eine.
00:08:12: Martin Steiger: Und das andere ist Dario Weiss von InfoGuard.
00:08:16: Martin Steiger: Bekanntes Unternehmen, zum Beispiel für mich in der Schweiz im Sicherheitsbereich,
00:08:19: Martin Steiger: wo auch Sicherheitslücken gefunden hat.
00:08:22: Martin Steiger: Und eben, die sind öffentlich als CVEs.
00:08:24: Martin Steiger: Zum Teil sind sie auch in Patch Notes oder Release Notes drin.
00:08:29: Martin Steiger: Also das ist Eure Ausgangslage.
00:08:30: Martin Steiger: Von aussen gesehen,
00:08:31: Martin Steiger: sehen die Lücken zum Teil recht schwerwiegend aus.
00:08:34: Martin Steiger: Nicht nur im standardmässigen Stack,
00:08:36: Martin Steiger: sondern auch wirklich in Eurer eigenen Software.
00:08:39: Martin Steiger: Von aussen gesehen,
00:08:40: Martin Steiger: läuft Ihr auch im Notfallmodus.
00:08:42: Martin Steiger: Also es hat so richtige Patchwellen gegeben.
00:08:45: Martin Steiger: Ja, der Eindruck ist nicht allzu gut.
00:08:47: Martin Steiger: Aber umso mehr interessiert mich jetzt quasi
00:08:50: Martin Steiger: Eure Perspektive, Matthias.
00:08:52: Martin Steiger: Weil ich gehe jetzt einfach mal davon aus,
00:08:53: Martin Steiger: irgendwann ist das bei Euch aufgeschlagen.
00:08:56: Martin Steiger: Ich weiss nicht über die ETH Zürich
00:08:58: Martin Steiger: oder eben auch über das National Cyber Security Centre in der Schweiz.
00:09:01: Martin Steiger: Das ist ja auch involviert.
00:09:02: Martin Steiger: Das vergibt auch die CVE-Nummern.
00:09:05: Martin Steiger: Ja, erzähl doch mal.
00:09:07: Matthias Leisi: Genau, genau.
00:09:08: Matthias Leisi: Der Report von der ETH hat eine Qualität gehabt,
00:09:12: Matthias Leisi: die wir uns nicht gewohnt waren.
00:09:15: Matthias Leisi: Ab und zu kommt mal eine Meldung von einem externen Researcher
00:09:19: Matthias Leisi: und das ist dann so irgendwie
00:09:20: Matthias Leisi: irgendein Typo auf der Webseite.
00:09:22: Matthias Leisi: So in diesem Stil.
00:09:23: Matthias Leisi: Nein, und es war auch wesentlich tiefer und breiter als die Pentestss oder Security Reviews,
00:09:30: Matthias Leisi: die wir sonst eigentlich selber in Auftrag geben.
00:09:32: Matthias Leisi: Also die Qualität von diesen Findings und den Reports insgesamt war erstaunlich.
00:09:37: Matthias Leisi: Wir haben lange und intensiv mit der ETH zusammengearbeitet, um durch die Sachen durchzugehen.
00:09:42: Matthias Leisi: Für uns war es ein bisschen die Frage: Wir können nicht alles auf einmal fixen,
00:09:47: Matthias Leisi: sondern wir haben natürlich gesagt: Okay, mit der höchsten Kritikalität priorisieren wir.
00:09:53: Matthias Leisi: Wir haben Ende 2025 den Report bekommen und haben dann die ersten Fixes Anfang 2026 veröffentlicht.
00:10:02: Matthias Leisi: Im ersten Schritt noch ohne CVE-Nummern, und zwar aus einem bestimmten Grund.
00:10:06: Matthias Leisi: Wir müssen natürlich unseren Partnern, also wir arbeiten immer mit Partnern zusammen, InfoGuard ist auch ein Partner,
00:10:10: Matthias Leisi: die Kunden betreuen, die Chance geben, dass sie das auch auf ihrer Seite testen können
00:10:16: Matthias Leisi: und dann bei den Kunden natürlich aktualisieren.
00:10:19: Matthias Leisi: Darum war der erste Schritt, wir geben das raus, wir versuchen den Partnern die Wichtigkeit des Updates,
00:10:25: Matthias Leisi: und versuchen klarzumachen, wir sind noch nicht ganz dort, wo wir gerne möchten,
00:10:29: Matthias Leisi: und haben dann im Prozess mit dem NCSC zusammen die Publikationen der CVEs in die Wege geleitet.
00:10:37: Matthias Leisi: Und das war noch ein erstaunlicher Effekt.
00:10:39: Matthias Leisi: Sobald die CVEs veröffentlicht wurden, sind bei ganz vielen, die Tools einsetzen,
00:10:44: Matthias Leisi: in roten Lampen angegangen und dann haben wir gesehen, es wird wesentlich schneller updatet.
00:10:49: Matthias Leisi: Die Transparenz, die wir jetzt über die CVEs hatten und auch in der Kommunikation mit den Partnern, hat sich sehr positiv herausgestellt.
00:10:58: Matthias Leisi: Das ist etwas, was uns wichtig ist, dass die Situation bei den Kunden und den Partnern sich positiv entwickelt.
00:11:04: Matthias Leisi: Das hat dazu geführt, dass sie wesentlich schneller updaten.
00:11:08: Matthias Leisi: Jetzt haben wir die ersten paar, die wichtigsten Remote-Code-Execution-Vulnerabilities, dort gefixt.
00:11:16: Matthias Leisi: Es gibt aber natürlich noch andere und es gibt so unterschiedliche Kategorien, wie man jetzt mit dem umgehen kann.
00:11:23: Matthias Leisi: Eine Menge von Vulnerabilities waren es nicht spezifisch bei unserem Code drin,
00:11:29: Matthias Leisi: sondern die beruhen zum Beispiel darauf, wie das S/MIME 4.0 als aktueller Standard für Mailverschlüsselung gewisse Sachen gerne sehen möchte.
00:11:37: Matthias Leisi: Dort können wir nicht einfach einen Schalter umlegen, sonst würde niemand mehr unsere verschlüsselten Mails lesen können.
00:11:42: Matthias Leisi: Das heisst, da braucht es jetzt einen gewissen Prozess in der Branche auch, dass man hingeht und sagt, man muss eigentlich an diesem Standard schrauben.
00:11:50: Matthias Leisi: Jetzt, wenn man auf einen Standardisierungsprozess wartet, können wir noch lange warten.
00:11:54: Matthias Leisi: Das versuchen wir natürlich ein bisschen schneller zu machen, dass man gewisse Workarounds, gewisse Dokumentationen den Partnern gibt, damit sie die Situation verbessern können.
00:12:04: Matthias Leisi: Eine Kategorie
00:12:05: Matthias Leisi: der Findings, die wir gehabt haben,
00:12:07: Matthias Leisi: und das ist, sagen wir,
00:12:08: Matthias Leisi: der, wo wir am wenigsten gut
00:12:11: Matthias Leisi: dastehen. Wir haben die sogenannte
00:12:13: Matthias Leisi: GINA-Verschlüsselung. Also wenn jemand keine PGP-
00:12:15: Matthias Leisi: oder S/MIME-Verschlüsselung hat, kommt das sichere
00:12:17: Matthias Leisi: Webmail zum Einsatz, das GINA.
00:12:19: Matthias Leisi: Das ist nicht eine Abkürzung, die für irgendetwas steht.
00:12:20: Matthias Leisi: Das ist einfach ein Name. Und dort haben wir
00:12:22: Matthias Leisi: eine neue Version, die wir am entwickeln sind.
00:12:24: Matthias Leisi: Die haben wir bereits den Partnern zur Verfügung gestellt.
00:12:27: Matthias Leisi: Unseres Wissens nutzt die noch niemand
00:12:28: Matthias Leisi: produktiv, weil die wirklich explizit als Pre-Release
00:12:31: Matthias Leisi: markiert. Und
00:12:33: Matthias Leisi: sind ein paar von den übleren Sicherheitslücken gefunden worden.
00:12:36: Matthias Leisi: Sagen wir mal: Zum Glück sind sie jetzt schon gefunden worden.
00:12:39: Matthias Leisi: Kaum jemand setzt schon produktiv ein oder sollte es eigentlich noch nicht produktiv einsetzen.
00:12:43: Matthias Leisi: Aber klar, das ist nicht etwas, was wir intern den Prozess jetzt geschärft haben,
00:12:48: Matthias Leisi: um die Eigengoals, das sind wirklich Eigengoals, zu verhindern.
00:12:53: Martin Steiger: Wieso hat es für das Ganze denn eigentlich einen Masterstudent von der ETH Zürich gebraucht?
00:12:58: Martin Steiger: Du hast eigentlich Pentests erwähnt,
00:13:00: Martin Steiger: Wenn man die eine oder andere Sicherheitslücke
00:13:02: Martin Steiger: anschaut, dann ist letztlich für mich
00:13:04: Martin Steiger: die Frage, wieso habt Ihr das nicht
00:13:06: Martin Steiger: selber gemerkt? Das ist eine
00:13:08: Matthias Leisi: gute Frage.
00:13:10: Matthias Leisi: Es gibt eigentlich nur die Antwort, dass
00:13:12: Matthias Leisi: niemand in diesem Bereich genug
00:13:14: Matthias Leisi: gut hingeschaut hat.
00:13:16: Matthias Leisi: Wir haben unseren internen Secure-Coding-Prozess
00:13:18: Matthias Leisi: und so weiter, aber Teil davon ist natürlich,
00:13:20: Matthias Leisi: dass wir uns extern anschauen, weil wenn man selber
00:13:22: Matthias Leisi: etwas entwickelt hat, sieht man so und so viele
00:13:24: Matthias Leisi: Sachen nicht. Wir arbeiten mit unterschiedlichen
00:13:26: Matthias Leisi: Firmen zusammen, wir wechseln die regelmässig
00:13:28: Matthias Leisi: auch wieder ab, wir arbeiten nicht immer mit den gleichen,
00:13:30: Matthias Leisi: schauen, dass wir den Scope immer ein bisschen
00:13:32: Matthias Leisi: verändern und sagen, jetzt schauen wir mal
00:13:34: Matthias Leisi: mehr auf das und das nächste Mal mehr auf jenes.
00:13:36: Matthias Leisi: Dort, wo ein paar von den
00:13:38: Matthias Leisi: Lücken drin waren, das sind eigentlich sehr
00:13:40: Matthias Leisi: alte Funktionen, die wir
00:13:42: Matthias Leisi: gar nicht mehr so auf dem Radar hatten.
00:13:44: Matthias Leisi: Dass jemand sich Zeit nimmt und das
00:13:46: Matthias Leisi: anschaut, ist extrem wertvoll,
00:13:48: Matthias Leisi: wofür ich auch dankbar bin,
00:13:50: Matthias Leisi: dass sie das gemacht haben.
00:13:51: Matthias Leisi: Natürlich schauen wir heute genau
00:13:53: Matthias Leisi: auf die älteren Funktionen, die wir
00:13:55: Matthias Leisi: uns noch genauer an. Wir haben dann auch nicht
00:13:57: Matthias Leisi: nur die konkreten Findings,
00:14:00: Matthias Leisi: angeschaut, sondern haben geguckt, wo haben wir
00:14:02: Matthias Leisi: im Code eigentlich noch ähnliche
00:14:04: Matthias Leisi: oder analoge Situationen, wo es zu einer
00:14:05: Matthias Leisi: Sicherheitslücke werden könnten oder
00:14:07: Matthias Leisi: vielleicht auch schon sind und haben dort
00:14:10: Matthias Leisi: natürlich generell noch mehr
00:14:12: Matthias Leisi: Fixes ausgespielt im Ganzen.
00:14:14: Martin Steiger: Mich interessiert noch
00:14:15: Martin Steiger: der ganze Prozess.
00:14:17: Martin Steiger: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, sind
00:14:19: Martin Steiger: Ende 2025 bei der ETH
00:14:22: Martin Steiger: Zürich direkt informiert worden.
00:14:24: Martin Steiger: Das läuft für mich letztlich auch unter dem Stichwort
00:14:25: Martin Steiger: Responsible Disclosure.
00:14:27: Martin Steiger: Also wenn man so etwas findet und man korrekt unterwegs ist, dann informiert man zuerst mal den Hersteller.
00:14:33: Martin Steiger: Und dann geht der Prozess los.
00:14:35: Martin Steiger: Wie ist es dann auch weitergegangen?
00:14:37: Martin Steiger: Eben auch dann mit dem Bundesamt für Cybersicherheit, mit dem BACS.
00:14:42: Martin Steiger: Und ich meine, als die ersten CVEs herausgekommen sind, haben dann andere gesehen, dass etwas rumliegt.
00:14:48: Martin Steiger: Und schliesslich auch noch der Prozess, ich nehme an, der läuft ja immer noch.
00:14:51: Martin Steiger: Du hast gesagt, wir priorisieren.
00:14:53: Martin Steiger: Wenn man sagt, die Findings, da muss man jetzt reden, da liegt noch mehr herum.
00:14:56: Martin Steiger: Das ist einerseits trivial bei Software, aber andererseits mit diesen Lücken.
00:15:02: Martin Steiger: Ich glaube, wenn man ehrlich ist, das eine oder andere, kann man sagen, man hat es nicht gesehen, logisch, oder?
00:15:07: Martin Steiger: Aber zum Teil geht es ja schon recht weit, es sind nicht nur kosmetisch.
00:15:10: Martin Steiger: Kannst Du da noch etwas dazu sagen, Matthias?
00:15:12: Martin Steiger: Also einerseits, wie hat das angefangen und wo stehen wir quasi heute?
00:15:15: Martin Steiger: Also ich habe es salopp gesagt: Können wir noch die nächsten 30er sehen wie in diesem Jahr?
00:15:20: Matthias Leisi: 30er werden sie wahrscheinlich nicht werden.
00:15:23: Matthias Leisi: Der Prozess: Wir haben auch
00:15:24: Matthias Leisi: Responsible-Disclosure-Prozesse, also dass wir
00:15:27: Matthias Leisi: sicher kontaktiert werden können von Security-
00:15:29: Matthias Leisi: Researchern. Wir sind auch bereit,
00:15:31: Matthias Leisi: eine Bug Bounty auszuzahlen, wenn jemand etwas
00:15:33: Matthias Leisi: wirklich Relevantes findet und
00:15:35: Matthias Leisi: Zeit aufgewendet hat, um diese Research
00:15:37: Matthias Leisi: zu machen. Wir haben natürlich schon gemerkt, dass
00:15:39: Matthias Leisi: wir für die Menge von dem Report,
00:15:41: Matthias Leisi: wo der herkommt, ein bisschen überfordert
00:15:43: Matthias Leisi: waren. Wir haben priorisieren müssen,
00:15:45: Matthias Leisi: wir müssen das über verschiedene
00:15:48: Matthias Leisi: Releases, also quasi
00:15:50: Matthias Leisi: gestaffelt, händeln.
00:15:51: Matthias Leisi: Wir haben die Sachen, die eben
00:15:53: Matthias Leisi: kritischer gesehen sind, logischerweise
00:15:55: Matthias Leisi: voran genommen.
00:15:56: Matthias Leisi: Das NCSC ist dann ins Spiel gekommen,
00:15:59: Matthias Leisi: weil wir jetzt nicht als
00:16:01: Matthias Leisi: Softwarehersteller, sondern als
00:16:03: Matthias Leisi: Betreiber von der Cloud-Lösung,
00:16:04: Matthias Leisi: die effektiv bei uns läuft, das andere läuft
00:16:07: Matthias Leisi: bei den Kunden, wo wir eigentlich keine Betriebsverantwortung
00:16:09: Matthias Leisi: haben. Bei der Cloud-Lösung
00:16:10: Matthias Leisi: werden wir vom NCSC als Betreiber
00:16:13: Matthias Leisi: von kritischer Infrastruktur eingestuft,
00:16:15: Matthias Leisi: also ähnlich wie die Elektrizitätswerke
00:16:17: Matthias Leisi: oder Wasserwerke oder
00:16:19: Matthias Leisi: ich habe dann geschaut, was da sonst noch betroffen ist,
00:16:21: Matthias Leisi: Abfallentsorgung gehört auch zu kritischer Infrastruktur.
00:16:24: Matthias Leisi: Darum ist das NCSC
00:16:24: Matthias Leisi: da an das Spiel gekommen. Was für uns
00:16:26: Matthias Leisi: aber auch sehr gut gewesen ist,
00:16:28: Matthias Leisi: sie haben uns eine gewisse Guidance auch gegeben.
00:16:31: Matthias Leisi: Eben den Prozess der
00:16:32: Matthias Leisi: CVE-Publikation, das
00:16:34: Matthias Leisi: haben wir bisher nicht so
00:16:36: Matthias Leisi: gehabt. Wir waren nicht so weit, wir waren nicht in the lead.
00:16:38: Matthias Leisi: Darum veröffentlichen wir die heute auch über das NCSC.
00:16:40: Matthias Leisi: veröffentlichen. Wir sind dran, dass wir sie
00:16:42: Matthias Leisi: auch selber veröffentlichen können.
00:16:45: Matthias Leisi: Wir sind jetzt dran,
00:16:46: Matthias Leisi: die verbleibenden Findings noch
00:16:48: Matthias Leisi: zu beheben. Was jetzt noch verbleibt,
00:16:50: Matthias Leisi: sind Sachen, wo entweder
00:16:53: Matthias Leisi: kryptografische Standards
00:16:55: Matthias Leisi: betroffen sind. Es gibt
00:16:56: Matthias Leisi: gewisse Sachen, wo
00:16:58: Matthias Leisi: man grundsätzlich nicht ändern kann.
00:17:00: Matthias Leisi: Zum Beispiel Einschränkungen von
00:17:02: Matthias Leisi: E-Mail. Eigentlich hat man nur ein Subject,
00:17:05: Matthias Leisi: wo man etwas hin und
00:17:06: Matthias Leisi: herumschicken kann, mehr im
00:17:08: Matthias Leisi: Mailflow. Das heisst, wir sind
00:17:10: Matthias Leisi: auf Betreffzeilen von E-Mails
00:17:12: Matthias Leisi: beschränkt, um die Tags
00:17:16: Matthias Leisi: anzubringen.
00:17:17: Matthias Leisi: Das können wir grundsätzlich
00:17:18: Matthias Leisi: nicht ändern, solange man nicht SMTP
00:17:21: Matthias Leisi: renoviert. Da hat es schon ein paar Anläufe
00:17:23: Matthias Leisi: gegeben, das wird nicht kommen.
00:17:24: Matthias Leisi: Da werden wir es bei den Partnern, bei den Kunden
00:17:26: Matthias Leisi: schärfen und sagen: Wir machen, was möglich ist.
00:17:29: Matthias Leisi: Aber selber können wir leider noch nicht.
00:17:31: Matthias Leisi: Wir versuchen es und
00:17:32: Matthias Leisi: werden dort noch daran arbeiten müssen.
00:17:34: Matthias Leisi: Dann hat es eine Serie von Findings
00:17:36: Matthias Leisi: gegeben, zum Beispiel rund um PGP,
00:17:39: Matthias Leisi: wo klar war,
00:17:41: Matthias Leisi: dass GnuPG
00:17:42: Matthias Leisi: gewisse Standards, gewisse RFCs
00:17:44: Matthias Leisi: noch nicht unterstützt. Das hat
00:17:46: Matthias Leisi: ein bisschen länger gedauert, weil man dort
00:17:48: Matthias Leisi: jetzt von GnuPG auf Sequoia-PGP
00:17:50: Matthias Leisi: umgestellt haben. Das hat einfach
00:17:52: Matthias Leisi: einen entsprechenden höheren Entwicklungsaufwand
00:17:54: Matthias Leisi: natürlich gegeben, aber da sind wir jetzt auf den
00:17:56: Matthias Leisi: neuen RFCs
00:17:58: Matthias Leisi: unterwegs, wo ein paar
00:18:00: Matthias Leisi: von den Findings, die die ETH
00:18:02: Matthias Leisi: hatte, dann behoben werden.
00:18:04: Martin Steiger: Matthias, Du hast jetzt eine Klasse von
00:18:06: Martin Steiger: diesen Sicherheitslücken erwähnt, nämlich
00:18:08: Martin Steiger: die Security-Tags im Betreff.
00:18:11: Martin Steiger: Da finde ich auch spannend, auch für
00:18:12: Martin Steiger: das Publikum, was das genau bedeutet.
00:18:14: Martin Steiger: Wenn man die CVEs einliest und auch
00:18:16: Martin Steiger: halbwegs versteht, wie Euer Produkt
00:18:18: Martin Steiger: funktioniert, dann ist es eigentlich klar.
00:18:19: Martin Steiger: Aber eben, Du hast es jetzt eigentlich schön angedeutet,
00:18:21: Martin Steiger: Ihr seid eigentlich gezwungen, gewisse Informationen
00:18:24: Martin Steiger: über den Betreff von E-Mails
00:18:26: Martin Steiger: zu übertragen. Matthias Leisi: Genau.
00:18:28: Matthias Leisi: Wenn ein Mail von einem
00:18:30: Matthias Leisi: Kunden von uns rauskommt,
00:18:31: Matthias Leisi: gibt es ein Outlook-Plugin usw.,
00:18:33: Matthias Leisi: wo man mehr machen kann, da kann man über
00:18:35: Matthias Leisi: Header-Zeilen arbeiten usw., da sind wir
00:18:37: Matthias Leisi: eigentlich fein raus. Wenn aber ein Mail
00:18:40: Matthias Leisi: ins wilde Internet hinausgeht oder
00:18:41: Matthias Leisi: von dort hereinkommt, kann man nicht davon ausgehen,
00:18:44: Matthias Leisi: dass irgendwelche Header-Zeilen
00:18:45: Matthias Leisi: z.B. noch vorhanden sind. Wir möchten
00:18:48: Matthias Leisi: den Text des Mails nicht verändern,
00:18:50: Matthias Leisi: weil das würde die digitale Signatur ungültig machen.
00:18:52: Matthias Leisi: Also bleibt eigentlich nur noch
00:18:54: Matthias Leisi: der Betreff, wo man
00:18:56: Matthias Leisi: irgendeine Information
00:18:58: Matthias Leisi: transportieren kann.
00:18:59: Matthias Leisi: Und das ist jetzt nicht
00:19:00: Matthias Leisi: SEPPmail-spezifisch, das ist eigentlich bei allen,
00:19:02: Matthias Leisi: die mit digitaler Signatur
00:19:04: Matthias Leisi: oder Mail-Verschlüsselung zu tun haben.
00:19:06: Matthias Leisi: Und jetzt ist es so, wenn man dort
00:19:08: Matthias Leisi: im Subject etwas reinschreibt,
00:19:10: Matthias Leisi: sagt, okay, oder
00:19:12: Matthias Leisi: «secure», weil das verschlüsselt daherkommen ist,
00:19:15: Matthias Leisi: könnte ein Angreifern von aussen
00:19:17: Matthias Leisi: mit lustigen Unicode-Zeichen
00:19:19: Matthias Leisi: anfangen, versuchen
00:19:21: Matthias Leisi: eine gewisse Sicherheit vorzugaukeln,
00:19:23: Matthias Leisi: die einfach nicht da ist.
00:19:25: Matthias Leisi: Da gibt es gewisse Massnahmen,
00:19:27: Matthias Leisi: das kann man schon in einem gewissen
00:19:29: Matthias Leisi: Ausmass verhindern, aber wenn
00:19:30: Matthias Leisi: jetzt jemand anfängt, mit Emojis das Ganze
00:19:33: Matthias Leisi: zu versehen, gibt es
00:19:35: Matthias Leisi: irgendwo Grenzen dessen, was man tatsächlich
00:19:37: Matthias Leisi: machen kann. Und das ist
00:19:39: Matthias Leisi: eine Einschränkung, die man halt mit
00:19:40: Matthias Leisi: E-Mail, mit SMTP hat.
00:19:43: Matthias Leisi: Dort gibt es nicht einen 100-%-
00:19:45: Matthias Leisi: Fix und es gibt einfach eine Verbesserung
00:19:47: Matthias Leisi: von der Situation.
00:19:49: Matthias Leisi: Und das ist etwas, was man an vielen Stellen hat,
00:19:51: Matthias Leisi: dass Security nicht ein Zustand ist, sondern es ist
00:19:52: Matthias Leisi: ein Prozess. Wir haben einen Responsible-Disclosure-
00:19:55: Matthias Leisi: Prozess, wir haben auch unsere eigenen Reviews.
00:19:57: Matthias Leisi: Wir lernen auch, jetzt aufgrund
00:19:59: Matthias Leisi: der Menge von den ETH Findings
00:20:00: Matthias Leisi: haben wir unseren Prozess natürlich ein bisschen
00:20:03: Matthias Leisi: verbessern, sodass wir
00:20:05: Matthias Leisi: dranbleiben und vielleicht auch
00:20:06: Matthias Leisi: ahead of the curve sind bei gewissen
00:20:09: Matthias Leisi: Formen von Angriffen.
00:20:11: Matthias Leisi: Und dass wir dort noch
00:20:13: Matthias Leisi: lernen können, dass wir
00:20:15: Matthias Leisi: lernen können, dessen sind wir uns bewusst.
00:20:18: Martin Steiger: Wie läuft es jetzt eigentlich mit Euren Kundinnen und Kunden,
00:20:21: Martin Steiger: die Euer Produkt nutzen?
00:20:23: Martin Steiger: Ich meine, wenn man auf Eure Website oder Websites geht,
00:20:26: Martin Steiger: dann habt Ihr das Gefühl, Ihr habt die E-Mail-Sicherheit erfunden.
00:20:29: Martin Steiger: Ihr betont auch, Ihr seid äusserst selten
00:20:31: Martin Steiger: von Sicherheitslücken betroffen.
00:20:33: Martin Steiger: 100 % Sicherheit wird versprochen.
00:20:35: Martin Steiger: Ja, irgendwie ist es schon ein bisschen ein Kontrast
00:20:38: Martin Steiger: zu dem, was man jetzt von aussen sieht.
00:20:40: Matthias Leisi: Also das 100-%-Sicherheitsversprechen,
00:20:42: Matthias Leisi: das ist ganz spezifisch formuliert,
00:20:44: Matthias Leisi: nämlich, dass wenn eine Nachricht als vertraulich markiert ist, dass sie dann garantiert verschlüsselt rausgeschickt wird.
00:20:52: Matthias Leisi: Das ist ganz bewusst dort eigentlich auf das eingeschränkt.
00:20:56: Matthias Leisi: Wir sind sehr transparent mit der Kommunikation zu unseren Kunden.
00:21:01: Matthias Leisi: Wir haben ein Channel-Modell, das heisst, wir verkaufen nicht direkt an die Endkunden,
00:21:06: Matthias Leisi: sondern wir haben Distributoren und Partner.
00:21:09: Matthias Leisi: Wir haben seit Anfang Jahr intensiv mit den Partnern kommuniziert.
00:21:13: Matthias Leisi: Wir haben Partner-Newsletter, Webinare, natürlich in den Release Notes.
00:21:18: Matthias Leisi: Wir haben auch noch separat einen Release-Push-Mechanismus.
00:21:23: Matthias Leisi: Auch in der Applikation, also wenn man im Admin-Interface ist,
00:21:25: Matthias Leisi: sieht man, dass Updates hängig sind.
00:21:29: Matthias Leisi: Also wir sind jetzt sehr transparent.
00:21:31: Matthias Leisi: Wir haben auch die ETH-Findings erwähnt und kategorisiert.
00:21:35: Matthias Leisi: Wir haben auch gesagt, es wird noch mehr kommen.
00:21:37: Matthias Leisi: Aber wir haben jetzt mal die mit der höchsten Kritikalität zuerst gefixt.
00:21:41: Matthias Leisi: Also da sind wir sehr, sehr transparent mit unseren Kunden,
00:21:44: Matthias Leisi: weil alles andere wäre sowieso nicht das, was wir eigentlich möchten.
00:21:48: Matthias Leisi: Und ja, diese Sicherheitslücken gibt es oder hat es gegeben, die hat ETH gefunden.
00:21:54: Matthias Leisi: Aber ich denke eigentlich, wir haben schnell reagiert, wir haben vollständig reagiert,
00:22:00: Matthias Leisi: wir haben auch den Prozess jetzt verbessert.
00:22:03: Matthias Leisi: Und wie Du erwähnt hast, von David Weiss von InfoGuard,
00:22:06: Matthias Leisi: es hat auch weitere Findings gegeben, die sind auch im Responsible-Disclosure-Prozess
00:22:10: Matthias Leisi: gemeldet worden. Es ist auch von einem Kunden
00:22:12: Matthias Leisi: noch etwas gekommen. Also wir haben auch Kunden, die
00:22:14: Matthias Leisi: unsere Lösung testen. Und das
00:22:16: Matthias Leisi: fliesst natürlich dann laufend
00:22:18: Matthias Leisi: in die Releases ein. Also wir haben
00:22:20: Matthias Leisi: einen Release-Zyklus, dass wir monatlich
00:22:22: Matthias Leisi: einen Patch-Release haben, jährlich
00:22:24: Matthias Leisi: Major-Releases und dazwischen noch
00:22:26: Matthias Leisi: die anderen Stufen. Und ja,
00:22:28: Matthias Leisi: traditionellerweise sind unsere Partner
00:22:30: Matthias Leisi: ein bisschen langsam gewesen mit dem Aktualisieren
00:22:32: Matthias Leisi: und neuen Versionen. Und da sind wir dran,
00:22:34: Matthias Leisi: dass wir das ein bisschen
00:22:36: Matthias Leisi: das Tempo ein bisschen erhöhen.
00:22:38: Martin Steiger: Also Matthias, das mit den 100 %
00:22:40: Martin Steiger: sichere Kommunikation.
00:22:41: Martin Steiger: Da musst Du vielleicht nochmals auf die Website schauen.
00:22:43: Martin Steiger: Weil auf der Homepage, ich habe jetzt da vor mir,
00:22:45: Martin Steiger: da steht in Grossbuchstaben:
00:22:47: Martin Steiger: «Vertrauenswürdige E-Mail-Sicherheit»,
00:22:49: Martin Steiger: «100 % sichere Kommunikation»,
00:22:50: Martin Steiger: über 20 Jahre Erfahrung.
00:22:52: Martin Steiger: Dann auch die Labels, die Ihr habt.
00:22:54: Martin Steiger: «Security made in Germany», «Security made in EU».
00:22:57: Martin Steiger: Dann noch
00:22:59: Martin Steiger: sonstige Zertifikate.
00:23:00: Martin Steiger: Ihr werbt auch damit, dass Ihr in der Hall of Fame
00:23:02: Martin Steiger: steht, vom Deutschen Bundesamt für
00:23:04: Martin Steiger: Sicherheit in der Informationstechnik.
00:23:06: Martin Steiger: Ich glaube, da könnte es sich lohnen,
00:23:07: Martin Steiger: einen Blick auf die Homepage und so zu werfen.
00:23:10: Martin Steiger: Das ist auch ein Hintergrund, eine Darstellung in der Kommunikation und wie man das jetzt vielleicht erlebt.
00:23:17: Martin Steiger: Gleichzeitig hast Du natürlich recht, IT-Sicherheit ist ein Prozess.
00:23:22: Martin Steiger: Zu diesem Prozess gehört natürlich auch, wie man reagiert.
00:23:26: Martin Steiger: In diesem Zusammenhang möchte man noch einen Kritikpunkt aufwerfen,
00:23:29: Martin Steiger: und zwar, wie wir die Issues zum Teil klassifiziert haben, nämlich als «Maintenance».
00:23:35: Martin Steiger: Dann eine ganze Liste von CVEs, wo einfach der Issue-Type «Maintenance» ist.
00:23:39: Martin Steiger: Wie funktioniert das bei Euch, dass so etwas einfach «Maintenance» ist und nicht, ich weiss nicht, Alarmstufe rot?
00:23:46: Matthias Leisi: Eigentlich haben wir nur zwei Unterscheidungen: «Feature» und «Maintenance».
00:23:49: Matthias Leisi: Es sind nicht «Features», offensichtlich, sondern es ist «Maintenance».
00:23:53: Matthias Leisi: Nach aussen, die CVEs sind natürlich das Wichtige, dort haben wir die Kritikalität drin.
00:23:58: Matthias Leisi: Die haben wir mehr oder weniger unverändert von der Einstufung des ETH-Reports übernommen.
00:24:04: Matthias Leisi: Ein paar kleine Anpassungen, aber nichts Grosses.
00:24:07: Matthias Leisi: Aber ja, im Release-Prozess unterscheiden wir eigentlich nur,
00:24:10: Matthias Leisi: ist es «Maintenance», ist es «Feature».
00:24:11: Matthias Leisi: Das ist eigentlich für Partner wichtig,
00:24:14: Matthias Leisi: weil wenn es «Feature» ist,
00:24:15: Matthias Leisi: dann heisst das, sie müssen sich Konversionsgedanken machen
00:24:19: Matthias Leisi: oder es gibt vielleicht Breaking Changes drin,
00:24:21: Matthias Leisi: wo eben nicht einfach nur «Maintenance» ist,
00:24:23: Matthias Leisi: sondern müssen sich das entsprechend
00:24:25: Matthias Leisi: aus dem applikatorischen Gesichtswinkel entsprechend anschauen.
00:24:29: Martin Steiger: Matthias, Du hast mir schon sehr viel Zeit geschenkt,
00:24:31: Martin Steiger: ich habe sehr viel Spannendes erfahren.
00:24:33: Martin Steiger: Ich habe noch ein paar von zwei Themen.
00:24:36: Martin Steiger: Und einerseits würde mich interessieren,
00:24:38: Martin Steiger: oder jetzt hört jemand zu,
00:24:39: Martin Steiger: wird vielleicht auch ein Blick auf Eure Software,
00:24:40: Martin Steiger: findet vielleicht trotzdem nochmal etwas.
00:24:42: Martin Steiger: Du hast auch gesagt, ja, allenfalls eine Bug Bounty.
00:24:46: Martin Steiger: Wenn man jetzt irgendein Gefühl hat,
00:24:47: Martin Steiger: man hätte bei Euch etwas gefunden,
00:24:49: Martin Steiger: wie deponiert man das am besten bei Euch,
00:24:52: Martin Steiger: damit es auch Gehör findet.
00:24:54: Martin Steiger: Einerseits über welchen Kommunikationskanal
00:24:56: Martin Steiger: und was ist auch eine gute Form vielleicht.
00:24:59: Martin Steiger: Und das andere Thema ist damit verwandt,
00:25:01: Martin Steiger: nämlich in diesem Bereich kommt jetzt immer mehr KI zum Einsatz.
00:25:04: Martin Steiger: Shopify hat da ja angeblich mit dem Mythos neue Modelle, das findet so viele Sicherheitslücken, dass man es gar nicht veröffentlichen kann.
00:25:10: Martin Steiger: Und deswegen weiss man, da ist viel Marketing. Was irgendwie GPT-5.5 ist, gleich gut oder besser.
00:25:17: Martin Steiger: Auch sogar Open-Source-Modelle sind gleich gut oder besser.
00:25:19: Martin Steiger: Das hängt ein bisschen damit zusammen.
00:25:21: Martin Steiger: Aber fangen wir doch beim Ersten an: Wenn ich Euch die Sicherheitslücken melde,
00:25:25: Martin Steiger: vielleicht habe ich sogar keine eingesetzt, aber wie erreicht es Euch?
00:25:28: Martin Steiger: Wie könnt Ihr das am besten brauchen?
00:25:30: Matthias Leisi: Das war ein Learning aus dem ETH-Report,
00:25:33: Matthias Leisi: dass wir das noch nicht so sauber dargelegt haben.
00:25:36: Matthias Leisi: Tatsächlich hat mich Kenny Paterson über LinkedIn angeschrieben.
00:25:40: Matthias Leisi: Auf diesem Weg hat den Kontakt geklappt.
00:25:44: Matthias Leisi: Wir haben die Standard-URLs,
00:25:47: Matthias Leisi: die die Security-Researcher sonst finden,
00:25:49: Matthias Leisi: unter anderem security.txt,
00:25:51: Matthias Leisi: und ein paar Sachen drin sind,
00:25:53: Matthias Leisi: wo wir Kontaktinformationen
00:25:55: Matthias Leisi: enthalten, E-Mail-Adressen mit PGP-Keys
00:25:58: Matthias Leisi: und mit S/MIME-Zertifikat,
00:26:00: Matthias Leisi: falls jemand das verschlüsselt schicken will,
00:26:02: Matthias Leisi: was wir sehr empfehlen.
00:26:04: Matthias Leisi: Aber notfalls auch
00:26:06: Matthias Leisi: über die Info-Adresse
00:26:08: Matthias Leisi: Security-Adresse sind wir natürlich auch
00:26:10: Matthias Leisi: erreichbar. Das kommt am Schluss
00:26:12: Matthias Leisi: alles in die gleichen Kanäle, in die gleichen Töpfe.
00:26:15: Matthias Leisi: Es kommt
00:26:16: Matthias Leisi: zu einem ausgewählten Team von Entwicklern,
00:26:18: Matthias Leisi: die das entsprechend kategorisieren.
00:26:20: Matthias Leisi: Ja, KI wird
00:26:22: Matthias Leisi: uns sicher beschäftigt, also beschäftigt uns auch
00:26:24: Matthias Leisi: jetzt schon. Nicht erst seit
00:26:25: Matthias Leisi: Claude Mythos da angeblich so wahnsinnig
00:26:28: Matthias Leisi: viel findet. Einerseits setzen wir
00:26:30: Matthias Leisi: das auch selber ein, dass wir sagen,
00:26:32: Matthias Leisi: okay, wir tun unsere Sachen auch mit
00:26:34: Matthias Leisi: KI auf Sicherheitslücken
00:26:36: Matthias Leisi: prüfen und da gibt es durchaus immer wieder
00:26:39: Matthias Leisi: gute Hinweise, und sei es nur,
00:26:40: Matthias Leisi: dass man Sachen vielleicht ein bisschen,
00:26:41: Matthias Leisi: die Softwarehygiene ein bisschen verbessern
00:26:44: Matthias Leisi: damit. Wir rechnen damit,
00:26:46: Matthias Leisi: dass das Volumen stark
00:26:48: Matthias Leisi: wird zunehmen. Qualität
00:26:50: Matthias Leisi: nicht in jedem Fall.
00:26:51: Matthias Leisi: Es wird sicher auch qualitativ
00:26:54: Matthias Leisi: interessante Findings geben, da gehe ich schon
00:26:56: Matthias Leisi: davon aus. Aber man sieht es ja so,
00:26:58: Matthias Leisi: wenn man dann so Bug-Bounty-Geschichten
00:27:00: Matthias Leisi: anfängt, dann kommen dann irgendwelche
00:27:02: Matthias Leisi: Typos auf der Webseite.
00:27:04: Matthias Leisi: Schön, okay, danke, fixen wir.
00:27:06: Matthias Leisi: Und irgendwo dazwischen, zwischen
00:27:08: Matthias Leisi: Typos auf der Webseite und
00:27:10: Matthias Leisi: dem Volumen des ETH-Reports werden wir
00:27:12: Matthias Leisi: sicher irgendwo dann finden.
00:27:14: Matthias Leisi: Uns ist es wichtig, dass wir transparent
00:27:16: Matthias Leisi: damit umgehen, dass wir ehrlich sowohl
00:27:18: Matthias Leisi: mit den Researchern umgehen, wie auch mit
00:27:20: Matthias Leisi: unseren Kunden, mit unseren Partnern.
00:27:22: Matthias Leisi: Weil wir sind natürlich sehr wohl bewusst, was für
00:27:24: Matthias Leisi: eine Verantwortung für Kunden haben.
00:27:26: Matthias Leisi: Einerseits im On-Premise-Geschäft,
00:27:28: Matthias Leisi: also dort, wo wir die Software verkaufen,
00:27:30: Matthias Leisi: aber auch im
00:27:32: Matthias Leisi: Cloud-Angebot, wo wir natürlich selber
00:27:33: Matthias Leisi: die Betreiber sind, wo wir noch mehr Verantwortung haben,
00:27:36: Matthias Leisi: im operativen und im
00:27:38: Matthias Leisi: täglichen Doing. Dass es uns
00:27:39: Matthias Leisi: 20 Jahre gibt oder 25 Jahre,
00:27:42: Matthias Leisi: deutet darauf hin, dass wir wahrscheinlich ein paar Sachen
00:27:43: Matthias Leisi: in dieser Beziehung richtig machen.
00:27:45: Matthias Leisi: Wir sehen auch, dass unsere Partner,
00:27:47: Matthias Leisi: das sind eigentlich unsere Sales Force
00:27:49: Matthias Leisi: im Feld aussen,
00:27:51: Matthias Leisi: die scheinen uns zu schätzen,
00:27:53: Matthias Leisi: die halten zu uns, das sind unsere Botschafter
00:27:56: Matthias Leisi: und die sind auch sehr wichtig
00:27:57: Matthias Leisi: für uns im Feedback, auch
00:28:00: Matthias Leisi: bei unsicheren Konfigurationen,
00:28:01: Matthias Leisi: also die setzen sich intensiv mit
00:28:04: Matthias Leisi: Konfigurationen auseinandersetzen und
00:28:05: Matthias Leisi: wie jede Software, man kann jede Software irgendwie
00:28:07: Matthias Leisi: unsicher konfigurieren und das
00:28:09: Matthias Leisi: kann durchaus auch sein, dass man dort aus dem Feedback
00:28:11: Matthias Leisi: von den Partnern her sagt, hey, das ist eine
00:28:13: Matthias Leisi: gefährliche Konfiguration, das
00:28:16: Matthias Leisi: können wir entweder verhindern oder
00:28:18: Matthias Leisi: mit entsprechender Schulung und
00:28:20: Matthias Leisi: Dokumentation begleiten.
00:28:21: Matthias Leisi: Es ist immer eine Kombination, es ist nicht, dass man
00:28:23: Matthias Leisi: okay, wir haben jetzt heute und für alle Zeiten die 100 % sicheree Software,
00:28:28: Matthias Leisi: sondern es ist immer eine Kombination des ganzen Ökosystems,
00:28:30: Matthias Leisi: die wir rundherum haben, von Firmen, von Integrationen,
00:28:33: Matthias Leisi: die wir entsprechend sauber auch handeln können.
00:28:37: Martin Steiger: Bei KI ist aus meiner Sicht jetzt die grosse Diskussion,
00:28:40: Martin Steiger: hilft es eher den Angreifern oder den Verteidigern?
00:28:43: Martin Steiger: Auf welcher Seite stehst Du da?
00:28:45: Matthias Leisi: Wenn man dem Marketingversprechen folgen möchte,
00:28:48: Matthias Leisi: dann hilft es natürlich nur den Angreifernn.
00:28:51: Matthias Leisi: Und da gibt es sicher ein paar teure Tools, die man kaufen könnte, um dagegenzugehen.
00:28:56: Matthias Leisi: Wir sagen, wir sind selber unsere besten Angreifern.
00:28:59: Matthias Leisi: Wir kennen uns eigentlich am besten.
00:29:01: Matthias Leisi: Darum versuchen wir mit dem Einsatz von KI zumindest mal die Eigengoals zu verhindern.
00:29:07: Matthias Leisi: Also wir hatten gerade diese Woche unseren AI Scan Day,
00:29:10: Matthias Leisi: wo wir gesagt haben, wir durchsuchen mal wirklich alle unsere Repositories entsprechend.
00:29:14: Matthias Leisi: Und da hat es ein paar Sachen gegeben, wo wir sagen, ja, das werden wir ändern,
00:29:18: Matthias Leisi: sodass wir die Sachen finden, bevor sie die Angreifer finden.
00:29:20: Matthias Leisi: Aber da muss man dranbleiben.
00:29:22: Matthias Leisi: Da muss man sich dessen bewusst sein.
00:29:24: Matthias Leisi: wenn man einfach naiv
00:29:26: Matthias Leisi: dahergeht und sagt,
00:29:27: Matthias Leisi: blödes KI-Zeug, das interessiert uns nicht,
00:29:30: Matthias Leisi: dann hat man wahrscheinlich
00:29:32: Matthias Leisi: schlechtere Karten.
00:29:33: Martin Steiger: Matthias, wie geht es jetzt
00:29:36: Martin Steiger: weiter für Euch?
00:29:37: Matthias Leisi: Also wir haben noch
00:29:39: Matthias Leisi: den Rundown der ETH-Findings,
00:29:41: Matthias Leisi: die InfoGuard-Findings,
00:29:43: Matthias Leisi: die noch zukommen.
00:29:45: Matthias Leisi: Wir haben unseren Prozess verbessert,
00:29:47: Matthias Leisi: um sie zu handeln.
00:29:49: Matthias Leisi: Wir suchen auch weitere Zusammenarbeit mit der ETH und mit dem NCSC.
00:29:53: Matthias Leisi: Da sind wir daran auszuloten, was wir dort machen können.
00:29:56: Matthias Leisi: Wir sind uns der Verantwortung sehr wohl bewusst,
00:29:59: Matthias Leisi: die wir bei den Kunden haben.
00:30:00: Matthias Leisi: Darum wurden wir durch das NCSC auch als kritische Infrastruktur eingestuft.
00:30:04: Matthias Leisi: Da müssen wir sicher vom Lernprozess her dranbleiben.
00:30:08: Matthias Leisi: Wir haben jetzt keine schöne Zertifizierung,
00:30:10: Matthias Leisi: die wir vorne raushängen können.
00:30:12: Matthias Leisi: Aber es ist klar, dass wir auch in diese Richtung müssen.
00:30:14: Matthias Leisi: Wir müssen besser einfach nach aussen zeigen:
00:30:18: Matthias Leisi: Wir machen nicht nur diese guten Sachen,
00:30:19: Matthias Leisi: sondern wir reden auch darüber und können es auch
00:30:21: Matthias Leisi: in jedem Fall nachweisen.
00:30:23: Matthias Leisi: Da sind wir sicher noch auf dem Weg,
00:30:25: Matthias Leisi: um besser zu werden.
00:30:27: Matthias Leisi: Ich hoffe, dass wir
00:30:30: Matthias Leisi: in einer viel besseren Situation sind,
00:30:32: Matthias Leisi: als wir es vielleicht Ende 2025 waren.
00:30:34: Martin Steiger: Matthias, ich finde das ein wunderbares Schlusswort.
00:30:37: Martin Steiger: Vielen Dank, dass Du in die
00:30:38: Martin Steiger: Datenschutz-Plaudereien gekommen bist.
00:30:40: Martin Steiger: Vielen Dank auch, dass von SEPPmail
00:30:42: Martin Steiger: jemand gekommen ist, der aus erster Hand berichten kann.
00:30:44: Martin Steiger: Nicht zum Beispiel
00:30:46: Martin Steiger: Mediensprecherin oder jemand von einer
00:30:48: Martin Steiger: Kommunikationsagentur oder so.
00:30:49: Martin Steiger: Ich konnte auch das eine oder andere Neue erfahren.
00:30:52: Martin Steiger: Vielen Dank, Matthias.
00:30:54: Matthias Leisi: Vielen Dank, Martin.
00:30:59: Sprecher: Haben Dir die Datenschutz-Plaudereien gefallen?
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